09.07.2018 
Chaostage bei der Ruhr-Ikone

René Obermann verlässt Thyssenkrupp-Aufsichtsrat

Auf dem Rückzug: René Obermann will angeblich den Aufsichtsrat von Thyssenkrupp verlassen
DPA
Auf dem Rückzug: René Obermann will angeblich den Aufsichtsrat von Thyssenkrupp verlassen

Nach dem Rücktritt des Thyssenkrupp-Chefs Heinrich Hiesinger muss Aufsichtsratschef Ulrich Lehner gleich an mehreren Fronten für Stabilität suchen. Außer an der Vorstandsspitze tut sich auch eine Lücke im Aufsichtsrat auf. Nach Informationen von manager-magazin.de will Thyssenkrupp-Aufsichtsrat René Obermann zurücktreten. Der Konzern lehnte zunächst einen Kommentar ab.

Grund für den Rücktritt des früheren Chefs der Deutschen Telekom sind Zweifel an dem Stahl-Deal von Thyssenkrupp mit Tata. Der 55-Jährige hatte am vorvergangenen Freitag im Aufsichtsrat gegen das Joint-Venture gestimmt und war dafür intern heftig kritisiert worden.

Hintergrund: Nach jahrelangem Ringen hatten sich die Gremien von Thyssenkrupp vor wenigen Tagen entschieden, die Stahlsparte des Konzerns auszugliedern und in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem indischen Tata-Konzern einzubringen. Konzernchef Hiesinger, der maßgeblich für diesen Deal gekämpft hatte, hatte in der vergangenen Woche, kurz nach dem Beschluss zu der Transaktion, seinen Rücktritt von der Thyssenkrupp-Spitze angekündigt.

Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp schob die Suche nach einem neuen Konzernchef daraufhin am vergangenen Freitag zunächst auf. Drei Vorstände - Finanzchef Guido Kerkhoff, Personalvorstand Oliver Burkhard und Compliance-Vorstand Donatus Kaufmann - sollen vorerst die Leitung des Mischkonzerns mit 160.000 Beschäftigten übernehmen. Die Nachfolge Hiesingers werde später geregelt, hieß es. Wann die angekündigte "geschärfte Strategie" vorgestellt werden soll, blieb offen.

cr

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