12.01.2018  Puma verliert Mehrheitseigner - Aktie fällt

Kering steigt aus - Puma-Chef Gulden sieht nur Vorteile

Bjørn Gulden, Vorstandsvorsitzender bei Puma: "Wir wollen das schnellste Sportlabel der Welt werden"
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Bjørn Gulden, Vorstandsvorsitzender bei Puma: "Wir wollen das schnellste Sportlabel der Welt werden"

Schnellere Entscheidungen, noch mehr Eigenständigkeit: Puma-Chef Bjørn Gulden sieht nur Vorteile für sein Unternehmen, wenn der französische Luxuskonzern Kering die Mehrheit an dem Sportartikelhersteller abgibt. "Wir sehen für unser Geschäft bei diesem Vorhaben keine Nachteile", sagte Gulden am Freitag.

Einen Anker-Investor wie Kering beziehungsweise die Holdinggesellschaft Artémis zu haben, und gleichzeitig attraktiver für Investoren zu werden, sei "ein Optimum unter den Optionen, die ich kenne". Auch wenn Kering Puma bisher schon stets große Freiheit gegeben habe, könne man nun Entscheidungen noch schneller treffen. "Wir wollen das schnellste Sportlabel der Welt werden", sagte Gulden.

Kering hatte am Vorabend angekündigt, die Mehrheit an Puma mit Sitz im fränkischen Herzogenaurach abgeben und unter seinen Aktionären verteilen zu wollen. Die Anteilseigner von Kering sollen rund 70 Prozent des Puma-Grundkapitals als Sachdividende erhalten. Kering selbst würde damit rund 16 Prozent an Puma behalten. Artémis, die Holdinggesellschaft von Kering-Chef François-Henri Pinault, soll künftig etwa 29 Prozent an dem deutschen Unternehmen halten. Der Streubesitz der Puma-Aktie würde sich damit künftig von 14 auf 55 Prozent erhöhen. Puma dürfte dann mit einem Börsenwert von rund 5,3 Milliarden Euro rasch in den Nebenwerteindex MDax zurückkehren.

Wenn die Kering-Aktionäre dem Vorschlag am 26. April zustimmen, werde es danach "sehr schnell" gehen, sagte Gulden. "Puma hat als Marke ein so großes Potenzial, andere Marken sind keine Option", sagte Gulden weiter. Nach der Abspaltung vom französischen Luxuswaren-Konzern Kering plane er allerdings keine Zukäufe. Auch an der Action-Marke Volcom, die Kering ebenfalls abstoßen möchte, sei Puma nicht interessiert, Kering plant aus dem Sportmarkt auszusteigen und sich auf das Geschäft mit Mode, Schmuck und Accessoires zu konzentrieren.

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Die Franzosen hatten offenbar auch einen Verkauf statt der Abspaltung erwogen. "Es gab eine Menge Interessenten für Puma", sagte Gulden. "Aber für uns ist das die beste Option." Als eigenständiges Unternehmen könne Puma schneller Entscheidungen treffen als Konzerntochter.

Die Hoffnung von Investoren auf ein lukratives Übernahmeangebot hatte die Puma-Aktie zuletzt kräftig nach oben getrieben. Am Freitag stürzte das Papiere jedoch zunächst um 14 Prozent auf 290 Euro ab.

dpa-afx, reuters, akn

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