15.05.2018 
Was Unilever, Henkel und Co gegen Plastikmüll tun

Die Plastik-Zwickmühle

Von
Wohlstands-Müll: Plastikabfall an einem Strand auf Bali
REUTERS
Wohlstands-Müll: Plastikabfall an einem Strand auf Bali

  • Copyright: [M] Charlie Abad via Getty Images
    [M] Charlie Abad via Getty Images
    Milliarden Tonnen an Plastik wurden bereits produziert, für Verpackungen, als Baumaterial, als Grundstoff für besonders langlebige Produkte und vieles mehr. Doch Plastik vermüllt zunehmend den Planeten und wird zur Gefahr für die Menschheit. Lesen Sie alles über Produzenten, Verbraucher, Lösungsansätze.
  • Hier geht es zu unserer Themenseite.

Dass verendete Tiere mit kiloweise Plastik im Bauch und im Meer schwimmende Plastikmüllstudel ein Aufreger sind, der kaum einen in der westlichen Welt kalt lässt, weiß Unilever-Chef Paul Polmann zu gut. Wenig erstaunlich also, dass der Konsumgüterhersteller das Thema Plastikmüll für sein Marketing entdeckt hat.

Ob Twitter-Posts von Konzernlenkern oder Shampoo oder Spülmittelflaschen aus am Strand gesammeltem Plastikmüll - Konsumgüterkonzerne sind durchaus einfallsreich, wenn es darum geht, Aufmerksamkeit für ihre Umweltschutzaktivitäten zu generieren. "Storied plastic" nennen Nachhaltigkeitsexperten solche Aktionen.

Aufmerksamkeit ist auch dringend nötig - vor allem bei den Konsumgüterherstellern. Sind es doch ihre Produkte - von Plastikflaschen über Zigarettenstummel bis hin zu Essens- und Getränkeverpackungen, die einen großen Teil des Mülls an den Stränden und im Meer ausmachen.

Hineingelangt über Flüsse - oft aus Gegenden, in denen keine geordnete Müllabfuhr existiert - und in denen sich die Bevölkerung oft gar nicht darüber bewusst ist, was sie anrichtet, wenn sie ihre Verpackungen einfach aus dem Zugfenster entsorgt oder im Vorbeigehen in die Landschaft schmeißt.

Das Problem ist virulent. Denn die Menge der weltweit verbrauchten Plastikverpackungen steigt stetig, während funktionierende Abfallsysteme in vielen bevölkerungsreichen Gegenden weiter fehlen. Geht der Umgang und Verbrauch von Plastikverpackungen so weiter wie bisher, könnte 2050 mehr Plastik als Fisch in unseren Meeren schwimmen, haben die Forscher der Ellen MacArthur Stiftung ausgerechnet.

Doch bislang tun sich viele Konsumgüterhersteller schwer, zu verhindern, dass ihre Verpackungen Teil des Problems werden. Zu billig sind Verpackungen aus Neuplastik, zu eingefahren die Vertriebswege und die Kunden an die fabrikneuen, farbenfrohen Plastikumhüllung gewohnt.

1 | 3

Mehr zum Thema