13.07.2018  Angeblich krebserregende Puder

Johnson & Johnson soll 4,69 Milliarden Dollar bezahlen

Klägerin Gail Ingham mit Anwälten
Christian Gooden/St. Louis Post-Dispatch/AP
Klägerin Gail Ingham mit Anwälten

Für angeblich krebserregende Puder soll der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson 4,7 Milliarden Dollar Schadenersatz und Strafe zahlen. 22 Frauen hatten in den USA geklagt. Es ist nicht das erste Urteil gegen den Konzern.

Prozess um mutmaßlich krebserregendes Puder hat eine Geschworenenjury im US-Bundesstaat Missouri den Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson am Donnerstag (Ortszeit) zur Zahlung von 4,69 Milliarden Dollar verpflichtet. Das Geld sollen insgesamt 22 Frauen erhalten.

Sie hatten in dem Prozess in St. Louis geltend gemacht, dass sie durch die Produkte an Eierstockkrebs erkrankt seien. Die Summe setzt sich aus 550 Millionen Dollar Entschädigung und einer Strafe von 4,14 Milliarden Dollar zusammen. Als Reaktion fielen die J&J-Aktien im nachbörslichen Handel um ein Prozent.

J&J äußerte sich über das Urteil enttäuscht und will es anfechten. Das Verfahren sei hochgradig unfair gewesen. Der Konzern bekräftigte, seine Produkte enthielten kein Asbest und lösten kein Krebs aus.

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Geschworenengericht das Unternehmen verurteilt - einige hohe Strafen wurden später in Berufungsverfahren zurückgenommen, in anderen Fällen stehen Entscheidungen höherer Instanzen noch aus.

Die Klägerinnen und ihre Familien hatten im aktuellen Fall erklärt, ihre Erkrankungen gingen auf den jahrzehntelangen Einsatz von Babypuder oder kosmetischem Puder zurück. J&J habe spätestens seit den 70er Jahren von dem Asbest gewusst und Verbraucher nicht gewarnt.

Gegen J&J gibt es in Zusammenhang mit den Vorwürfen 9000 Klagen. Die meisten Kläger haben erklärt, dass das in Puder enthaltene Mineral Talk selbst Krebs verursacht habe. In einigen Fällen geht es auch um eine mutmaßliche Verunreinigung von Talk durch Asbest. In dem Prozess in St. Louis wurden die beiden Fallgruppen zusammengefasst.

Rei/dpa/Reuters

Mehr zum Thema