17.04.2018  Werbe-Riese WPP nach Martin Sorrell

Ein Imperium ohne Kaiser

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Sir Martin Sorrell: Der Chef des Werbegiganten WPP ist abgetreten, ohne einen Nachfolger aufzubauen
Bloomberg via Getty Images
Sir Martin Sorrell: Der Chef des Werbegiganten WPP ist abgetreten, ohne einen Nachfolger aufzubauen

3. Teil: "Keine Frage von Leben und Tod. WPP ist wichtiger als das"

Einen Siegesszug durch die Werbewirtschaft, den sich Sorrell fürstlich vergüten lässt. Allein für das Jahr 2015 sackt er mit Boni rund 90 Millionen Euro ein. Astronomische Summen, die immer wieder für massive Proteste sorgen.

Doch die Geschäfte laufen schon länger nicht mehr so wie früher. Der Gewinn schrumpft angesichts von Konkurrenz wie Facebook & Co, die den direkten Kontakt zu Werbetreibenden suchen - und immer mehr auch finden. Anfang März veröffentlichte WPP sein schlechtestes Jahresergebnis seit der Finanzkrise. Der Aktienkurs sinkt - seit Anfang 2017 um mehr als ein Drittel.

Dass in diese Krise der Skandal um die angeblich "missbräuchliche Verwendung von Unternehmensvermögen" sowie "unangemessenes Verhalten" Sorrells fällt, ist da wenig hilfreich.

Er glaube, dass es im besten Interesse des Unternehmens liege, wenn er jetzt zurücktrete, ließ Sorrell nach seinem plötzlichen Abgang bei WPP in der Nacht zum Sonntag erklären. Der Mann, der noch vor Jahren verkündet hatte: WPP sei "keine Frage von Leben und Tod. WPP ist wichtiger als das".

Ob der Koloss WPP in der aktuellen Form eine Zukunft hat, darüber wird in der Branche bereits jetzt heiß diskutiert. Dass der Macht-Manager Sorrell, der nie einen Nachfolger aufgebaut hat, ein Vakuum hinterlässt, darüber sind sich aber alle einig. Investoren jedenfalls zogen am Montag erst einmal die Notbremse: An der Londoner Börse verloren die Titel vom WPP in der Spitze 7 Prozent.

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