14.08.2018 
Bayer-Aktie stürzt nach Urteil gegen Monsanto ab

Wie ein Urteil zehn Milliarden Euro Börsenwert auslöschen kann

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Unkrautvernichter Glyphosat wird versprüht: Ein US-Urteil gegen den Glyphosat-Hersteller Monsanto hat den Börsenwert des Monsanto-Käufers Bayer zum Wochenstart um zehn Milliarden einbrechen lassen
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Unkrautvernichter Glyphosat wird versprüht: Ein US-Urteil gegen den Glyphosat-Hersteller Monsanto hat den Börsenwert des Monsanto-Käufers Bayer zum Wochenstart um zehn Milliarden einbrechen lassen

Schmerzhaftes Urteil für Bayer: Nach einem US-Urteil gegen die Konzerntochter Monsanto ist der Kurs der Bayer-Aktie am Montag abgestürzt. Die Papiere des Agrarchemie- und Pharmakonzerns brachen bis kurz nach Mittag um mehr als 11 Prozent auf 82,77 Euro ein. Das war der tiefste Stand seit Mai 2016.

Am Freitag hatte ein Geschworenengericht in Kalifornien den von Bayer übernommenen Agrarkonzern Monsanto zur Zahlung von fast 290 Millionen US-Dollar (254 Millionen Euro) an einen Krebspatienten verurteilt. Der ehemalige Hausmeister macht die glyphosathaltigen Herbizide von Monsanto für seinen Lymphdrüsenkrebs verantwortlich. Für die weiteren Verfahren könnte das Urteil vom Freitag Signalwirkung haben, was zu weiteren teuren Schmerzensgeldzahlungen für Monsanto führen könnte.

Monsanto kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an. Pflanzenschutzmittel mit Glyphosat seien weiterhin ein "wichtiges, wirksames und sicheres Mittel", erklärte das Unternehmen. Bayer, das Monsanto im Juni übernommen hatte, zeigte sich ebenfalls überzeugt, "dass Glyphosat sicher und nicht krebserregend ist".

Grundsätzlich ist es in den USA zwar nicht ungewöhnlich, dass die Strafzahlungen bei solchen Verfahren später erheblich verringert oder die Urteile in der nächsten Instanz wieder einkassiert werden. Analyst Michael Leacock vom Investmenthaus Mainfirst strich aber sein Kursziel für die Bayer-Papiere in einer ersten Reaktion von 135 auf 90 Euro zusammen und stufte sie von "Outperform" auf "Neutral" ab. Unabhängig vom Richtig oder Falsch des Urteils dürfte es wegen der Unsicherheiten lange auf den Aktien lasten, erklärte der Experte. Mit diesem ersten Prozess sei mit Blick auf die rechtlichen Herausforderungen für Roundup nichts in Stein gemeißelt, er gebe aber den Ton vor.

Den Bayer-Aktien, die sich zuletzt etwas gefangen und auch die Kapitalerhöhung zur Finanzierung des Monsanto-Kaufs gut weggesteckt hatten, droht nun eine Fortsetzung ihres Abwärtstrends. So hatte Bayer erstmals im Mai 2016 von der Absicht informiert, Monsanto zu übernehmen. Der monatelange Abwärtstrend der Aktien hatte sich daraufhin noch etwas fortgesetzt mit Kursen von zeitweise unter 85 Euro. Anschließend erlebten die Anteile einen wechselhaften Verlauf. Seit einem Zwischenhoch bei fast 124 Euro im Juni 2017 ging es wieder nach unten.

Analyst Stephen McGarry von der britischen Bank HSBC warnte Bayer-Aktionäre aber davor, in Panik auszubrechen. Bei der Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal Anfang September sollte nun besonders genau darauf geachtet werden, wie viel Geld Bayer für Risiken im Zusammenhang mit Glyphosat zurückgestellt habe.

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