12.02.2018  Scheinrechnungen in Millionenhöhe

BASF-Mitarbeiter unter Betrugsverdacht

BASF-Gelände in Ludwigshafen
REUTERS
BASF-Gelände in Ludwigshafen

Drei Mitarbeiter von BASF und Verantwortliche mehrerer externer Firmen stehen im Verdacht, den Chemieriesen mit Scheinrechnungen um einen Millionenbetrag geprellt zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Montag mit.

Nach Angaben der Ermittler hatten interne Untersuchungen des Unternehmens 2017 den Verdacht aufkommen lassen, dass externe Firmen zusammen mit vier BASF-Mitarbeitern in den vergangenen Jahren den Einsatz von Arbeitskräften am BASF-Standort Ludwigshafen unrechtmäßig abgerechnet haben. So sollen Rechnungen gestellt worden sein, denen keine entsprechenden Leistungen zugrunde lagen. Darüber hatte zunächst die Ludwigshafener Tageszeitung "Die Rheinpfalz" berichtet.

In diesem Zusammenhang bestehe auch der Verdacht der Bestechlichkeit beziehungsweise der Bestechung, so die Ermittler. "Der mutmaßliche Schaden, der der BASF dadurch möglicherweise entstanden ist, beläuft sich auf Millionenhöhe."

Ende Januar waren Arbeitsplätze und Wohnungen der BASF-Mitarbeiter sowie von fünf Vertretern externer Firmen durchsucht worden. Es wurden Unterlagen und Daten sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Einer der BASF-Mitarbeiter ist inzwischen gestorben

Vor wenigen Tagen erst hatte der Chemiekonzern BASF einen Gewinnsprung verzeichnet. 2017 legte der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) nach ersten Berechnungen um ein Drittel auf 8,3 Milliarden Euro zu, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 64,5 Milliarden Euro. Die Ergebnisse übertrafen die Analystenerwartungen deutlich.Den ausführlichen Konzernabschluss will BASF am 27. Februar veröffentlichen.

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Laut Analyst Oliver Schwarz von Warburg Research hat BASF "sehr positiv überrascht". Als Antrieb hätten sich sowohl das Geschäft mit Basischemikalien, aber unerwartet auch das starke Abschneiden der Agrarchemiesparte in Lateinamerika erwiesen, schrieb der Experte. Auf Basis dessen kann sich Schwarz vorstellen, dass die Ludwigshafener nun womöglich eine überraschend hohe Dividende ausschütten.

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