07.09.2018 
Verkauf deutscher Werke ausgesetzt

Airbus vertagt Verkauf von Premium Aerotec

Verkauf der Premium Aerotec-Werke aufgeschoben
DPA
Verkauf der Premium Aerotec-Werke aufgeschoben

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus hat den lange geplanten Verkauf der Werke seiner deutschen Tochter Premium Aerotec laut einem Pressebericht vorläufig gestoppt. Der Konzern habe monatelang Gespräche mit möglichen Käufern geführt, der Kreis der Interessenten sei sehr groß gewesen, berichtete das "Handelsblatt". Vor der Sommerpause sei allerdings Schluss gewesen. Es habe bei der Tochter zu viele operative Probleme gegeben, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Beteiligte.

Erst 2019, wenn die Nachfolger von Enders und Finanzchef Harald Wilhelm gefunden sind, dürfte das Thema wieder auf den Tisch kommen, zitiert das Blatt Airbus-Kreise. Ein Konzernsprecher sagte auf Nachfrage, das langfristige Ziel mit Blick auf Premium Aerotec bleibe unverändert. "Aber wir stehen hier nicht unter Zeitdruck." Das Hauptaugenmerk liege derzeit darauf, den Produktionsausbau bei den Mittelstreckenjets wie dem AirbusA320neo so effizient wie möglich zu gestalten.

Airbus hatte die vier Werke in Augsburg, Bremen, Nordenham und Varel im Jahr 2009 in der Tochter Premium Aerotec gebündelt, um sie anschließend ganz oder teilweise zu verkaufen. Angesichts der Finanzkrise stoppte Enders den Verkauf der Tochter mit fast 10.000 Beschäftigten und startete erst Jahre später einen weiteren Anlauf. Bis heute gehört Premium Aerotec komplett zu Airbus und damit seinem größten Auftraggeber. Dabei sei vor allem die chinesische Flugzeugindustrie sehr an einem Einstieg interessiert, schreibt das Blatt unter Berufung auf Branchenkreise.

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Premium Aerotec baut wichtige Flugzeugkomponenten wie Rumpfteile. Der neue Verkehrsflugzeug-Chef Guillaume Faury wolle sich derzeit keine Risiken bei der Versorgung mit Flugzeugrümpfen einhandeln, schreibt das "Handelsblatt". Wegen des bevorstehenden Brexits rechnet Airbus schon bei der Lieferung von Tragflächen aus den britischen Werken mit heftigen Problemen. Ein weiteres Werk steht darüber hinaus auch in Rumänien.

dpa-afx/akn

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