13.10.2017  Fälschungsskandal weitet sich aus

Gepanschter Kobe-Stahl - Daimler bleibt wohl verschont

Daimler verwendet nach eigenen Angaben keine von Kobe gelieferten Produkte
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Daimler verwendet nach eigenen Angaben keine von Kobe gelieferten Produkte

Der Skandal um gepanschte Metalle des japanischen Produzenten Kobe weitet sich aus. Auch die Stahlsparte soll Daten gefälscht haben. Zu den geschädigten Unternehmen sollen auch die Autobauer Tesla und General Motors zählen. Daimler dementiert, betroffen zu sein.

Der Skandal um gefälschte Produktdaten des japanischen Stahlriesen Kobe Steel weitet sich aus. Der Konzern räumte am Freitag ein, dass auch die Stahlsparte Daten gefälscht habe, etwa bei Drahtprodukten. Bislang war lediglich von Aluminium- und Kupferprodukten die Rede gewesen.

Neben japanischen Kunden wie Toyota , Nissan und Honda hätten auch mehr als 30 Unternehmen im Ausland Produkte von Kobe Steel mit gefälschten Inspektionszertifikaten erhalten, berichtete die Finanzzeitung "Nikkei" am Freitag. Darunter seien Tesla und General Motors sowie die Flugzeughersteller Boeing und Airbus. Eine Daimler-Sprecherin sagte in Reaktion auf den Medienbericht, Kobe Steel sei kein gelisteter Lieferant des Dax-Konzerns.

Nach bisherigen Ermittlungen hätten rund 200 Unternehmen im In- und Ausland betroffene Produkte des Stahlriesen erhalten. Der Aktienkurs ist in den vergangenen Tagen seit Bekanntwerden des Skandals eingebrochen.

Der Konzern hatte zugegeben, Aluminium- und Kupferprodukte sowie Eisenpulver mit gefälschten Inspektionsdaten zum Beispiel zur Materialstärke zur Verwendung in Autos, Zügen, Flugzeugen sowie militärischer Ausrüstung an Kunden in aller Welt ausgeliefert zu haben. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise meldete, sollen auch Stahldrähte für Autos betroffen sein.

Kobe Steel erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,696 Billionen Yen (12,8 Milliarden Euro). Dabei schrieb der Konzern dabei einen Verlust in Höhe von 170 Millionen Euro. Schon im Jahr zuvor hatte es rote Zahlen gegeben.

Kobe-Steel-Vizepräsident Naoto Umehara (r.) entschuldigt sich für den Skandal
REUTERS
Kobe-Steel-Vizepräsident Naoto Umehara (r.) entschuldigt sich für den Skandal

rei/dpa-afx

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