11.10.2017  Verdacht der Korruption

Was wir bislang über den Airbus-Skandal wissen

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Airbus-Chef Tom Enders im Kreis von möglichen Kunden: Airbus soll zur Erlangung von Aufträgen über Tarnfirmen Schmiergeld an politische Entscheider im Ausland gezahlt haben
AFP
Airbus-Chef Tom Enders im Kreis von möglichen Kunden: Airbus soll zur Erlangung von Aufträgen über Tarnfirmen Schmiergeld an politische Entscheider im Ausland gezahlt haben

3. Teil: Betrug bei zivilen Aufträgen? Was sagt Airbus zu den Vorwürfen?

Floss womöglich Schmiergeld auch bei Geschäften mit zivilen Passagierflugzeugen? Bewiesen ist das bislang nicht, aber der Verdacht steht im Raum. Über Vector Aerospace könnte laut "Spiegel" auch Schmiergeld für den Verkauf von Verkehrsflugzeugen geflossen sein, schreibt das Magazin unter Berufung auf Dokumente der Staatsanwaltschaft. Vector habe als "Schmiergeldnippel" für den ganzen Konzern gedient.

Airbus reagiert wie die meisten Konzerne bei solchen Vorwürfen und Skandalen: Man unterstützt selbstredend voll und ganz die Ermittlungen, weist aber die Vorwürfe zurück, ohne sich im Detail dazu zu äußern:

"Weder die seit Jahren andauernden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen in München und Wien noch unsere eigenen umfangreichen Untersuchungen haben Anhaltspunkte ergeben, die auf Bestechung im Zusammenhang mit dem Verkauf von 'Eurofighter'-Flugzeugen nach Österreich hindeuten", sagte ein Sprecher am 6. Oktober. Das gleiche gelte für mögliche schwarze Kassen.

Doch Airbus weiß, dass hier noch enormes Ungemach und auch Milliardenstrafen auf den Konzern zukommen könnten. Tom Enders selbst warnte bereits am 7. Oktober in einem Brief an die Mitarbeiter vor "turbulenten Zeiten" und vor "beträchtlichen Bußen". Airbus hatte sich 2016 in Großbritannien wegen auffallender Unregelmäßigkeiten selbst angezeigt und auch interne Ermittlungen eingeleitet.

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