11.10.2017  Verdacht der Korruption

Was wir bislang über den Airbus-Skandal wissen

Von
Airbus-Chef Tom Enders im Kreis von möglichen Kunden: Airbus soll zur Erlangung von Aufträgen über Tarnfirmen Schmiergeld an politische Entscheider im Ausland gezahlt haben
AFP
Airbus-Chef Tom Enders im Kreis von möglichen Kunden: Airbus soll zur Erlangung von Aufträgen über Tarnfirmen Schmiergeld an politische Entscheider im Ausland gezahlt haben

2. Teil: Was wirft man Airbus vor?

Airbus (ehemals EADS) soll über die im Jahr 2004 gegründete britische Firma Vector Aerospace ein Schattenreich mit weltweit verzweigten Briefkastenfirmen gegründet haben. Ausgestattet mit mindestens 100 Millionen Euro sollen so Gelder an Entscheidungsträger geflossen sein, um an mögliche Aufträge in der ganzen Welt zu kommen.

Anfänglich soll es dabei zunächst um die Akquisition milliardenschwerer Aufträge aus dem militärischen Sektor gegangen sein - zum Beispiel um die Lieferung von 18 Kampfflugzeugen des Typs "Eurofighter" an Österreich. EADS hatte sich im Gegenzug verpflichtet, in dem Land zu investieren.

Solche Gegengeschäfte waren damals üblich. Vector Aerospace sollte diese Geschäfte abwickeln, diente aber womöglich nur zur Verschleierung schwarzer Kassen, wie die Staatsanwälte vermuten. Tom Enders war damals Chef der Rüstungssparte. Die österreichische Justiz ermittelt gegen den heutigen Airbus-Chef wegen schweren Betrugs. Österreich fühlt sich bei dem Deal getäuscht und fordert rund 1 Milliarde Euro Schadensersatz.

2 / 6

Mehr zum Thema