31.01.2017  Nach Aufspaltung: Druck auf Alcoa-Chef Klaus Kleinfeld

Arconic-Aktionäre proben Aufstand gegen Ex-Siemens-Chef

Angezählt: Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld, der seit 2008 Alcoa (jetzt Arconic) führt
REUTERS
Angezählt: Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld, der seit 2008 Alcoa (jetzt Arconic) führt

Die größten Aktionäre von Arconic wollen einer Zeitung zufolge den Chef des US-Metallkonzerns Klaus Kleinfeld stürzen. Sie seien unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Arconic teilte hingegen mit, Kleinfeld genieße die "einstimmige Unterstützung" des Aufsichtsrats, in dem auch die fraglichen Aktionäre vertreten seien. Der Deutsche habe den Aluminiumkonzern Alcoa "substanziell transformiert", seine Strategie habe sich "als hochgradig erfolgreich erwiesen".

Arconic ist im November 2016 aus der Aufspaltung von Alcoa hervorgegangen. Die klassische Verhüttungssparte führt weiter den Namen Alcoa. Arconic spezialisiert sich dagegen auf hochwertige Aluminium- und Titanlegierungen für den Fahrzeug- und Flugzeugbau sowie die Bauindustrie. Nach der Aufspaltung hat Alcoa zunächst rote Zahlen geschrieben. In der Aluminiumbranche ist seit Jahren ein Konsolidierungsprozess im Gange - mit teils skurrilen Folgen.

Der Bremer Klaus Kleinfeld ist einer der wenigen Topmanager deutscher Herkunft, die einen großen US-Konzern führen. Seit 2008 - nach seinem Abgang als Vorstandsvorsitzender von Siemens - führte er den US-Aluminiumkonzern Alcoa, seit dessen Aufspaltung führt er Arconic. An diesem Dienstag soll das Unternehmen seine ersten eigenen Geschäftszahlen für das abgelaufene Quartal vorlegen. Laut dem Bericht könnte eine erfolgreiche Bilanz die Revolte noch ruhigstellen.

Hinter der Attacke steht laut "Wall Street Journal" unter anderem der aggressive Hedgefonds Elliott Capital von Paul Singer, der schon ganzen Staaten wie Argentinien das Leben schwer gemacht hat, aber auch manchen deutschen Unternehmen. Elliott hat seinen Anteil an Arconic zuletzt auf mehr als 10 Prozent erhöht und ist damit größter Eigner der Aktien, die "dramatisch unterbewertet" seien. Elliott konnte bereits drei Vertreter im Aufsichtsrat durchsetzen.

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ak/la/reuters

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