21.02.2018  Chemikalie PFC in Gewässern

US-Konzern 3M zahlt 850 Millionen Dollar nach Umweltklage

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Minnesota Mining and Manufacturing - kurz 3M - hat sich mit dem Bundesstaat Minnesota in einem jahrelangen Rechtsstreit um Wasserverschmutzung auf einen Vergleich geeinigt.
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Minnesota Mining and Manufacturing - kurz 3M - hat sich mit dem Bundesstaat Minnesota in einem jahrelangen Rechtsstreit um Wasserverschmutzung auf einen Vergleich geeinigt.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit um mögliche Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Perfluorchemikalien (PFC) haben sich der Mischkonzern 3M und der Bundesstaat Minnesota jetzt auf einen Vergleich geeinigt. Der für seine Klebebänder, Haftnotizzettel und ACE-Bandagen bekannte Konzern wird 850 Millionen Dollar (689 Millionen Euro) in einen Investitionsfonds des Bundesstaates für "Wasserqualität und Nachhaltigkeit" einzahlen, wie der US-Sender CNN berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte 3M vorgeworfen, Minnesotas Umwelt mindestens 50 Jahre lang durch PFC verpestet zu haben. Sie entstanden bei der Herstellung des Fleckenschutzes Scotchgard und anderen Produkten und sollen Boden und Gewässer kontaminiert haben.

Minnesota hatte den Konzern im Jahr 2010 auf fünf Milliarden Dollar Schadenersatz verklagt. Zuvor glaubten staatlich beauftragte Experten einen Zusammenhang zwischen erhöhten Krebsraten, einer steigender Zahl von Frühgeburten und den PFC-Abfällen in der Umwelt beweisen zu können. Zudem hatten die Ankläger 3M vorgeworfen, die Belastung der Umwelt durch PFC zu vertuschen.

Minnesota verlangte ursprünglich 5 Milliarden Dollar Schadenersatz

3M hatte negative Folgen für die Gesundheit durch seine Produktionsweise stets bestritten. Ein späterer Bericht des Gesundheitsministerium des US-Bundesstaates stellte dann auch nur noch fest, dass PFC Umwelt- und Gesundheitsrisiken für die Gesundheit berge, aber wohl nicht für die höheren Krebsraten und Frühgeburten in der Region nachweislich verantwortlich gemacht werden könne.

3M hatte im Jahr 2000 auf Drängen der US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) freiwillig auf die Verwendung von PFC verzichtet. Der Konzern legt mit der Millionenzahlung den Rechtsstreit bei, weist die Vorwürfe der Umweltverschmutzung aber zurück und erkennt auch keine Schuld an.

"Diese Vereinbarung spiegelt unsere Verpflichtung wider, mit Integrität zu handeln und Geschäfte auf eine nachhaltige Art und Weise zu führen, die im besten Interesse aller ist, die in Minnesota leben und arbeiten", zitiert CNN John Banovetz, Chief Technology Officer von 3M.

mit dpa

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