25.08.2017 
Carl Ferdinand von Oetker geht

Fünf Aufsichtsräte verlassen Stada - Hedgefonds erhöht auf mehr als 10 Prozent

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Stada-Stadl.
DPA
Stada-Stadl.

Nur wenige Tage nach der fünf Milliarden Euro schweren Übernahme der Mehrheit beim MDax-Konzern Stada wechseln die neuen Eigentümer die Aufsichtsratsspitze aus. Der Aufsichtsratsvorsitzende Carl Ferdinand Oetker wird das Gremium mit Wirkung zum 25. September verlassen, teilte das Unternehmen am Freitagmorgen mit. Auch Rolf Hoffmann, Birgit Kudlek, Tina Müller und Gunnar Riemann räumen zeitgleich ihre Posten.

manager-magazin.de hatte am Donnerstag vorab über den bevorstehenden Wechsel berichtet. Mit Oetker hätten Bain Capital und Cinven, die inzwischen mehr als 63 Prozent der Aktien halten, kürzlich im Grundsatz eine Einigung erzielt.

Oetker hatte sich intern lange Zeit auch immer für die Vorzüge einer Unabhängigkeit des Pharmaherstellers (Grippostad, Ladival) stark gemacht. Damit der Ausstieg von Oetker nicht wie eine Strafaktion aussieht, wurde versucht, noch weitere Aufsichtsratsmitglieder zum Rückzug zu bewegen. Von der Anteilseignerseite bleibt lediglich Eric Cornut im Gremium. Wer Oetker an der Spitze des Aufsichtsrats folgt, war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

Unklar ist, wer die Hauptversammlung am kommenden Mittwoch (30. August) leiten wird. Theoretisch könnte das weiterhin Oetker sein; Stada-Aufsichtsräte haben laut Satzung eine Kündigungsfrist von vier Wochen. Praktisch hätte dies aber eine absurde Note.

Trotz des Verkaufs der Aktien-Mehrheit stehen Stada weiter hitzige Monate bevor. Finanzvorstand Bernhard Düttmann kündigte intern an, bereits im November oder Dezember werde es eine außerordentliche Hauptversammlung geben, auf der Bain Capital und Cinven ihren Beherrschungsvertrag absegnen lassen wollen, für den sie 75 Prozent der Anteile brauchen. Das Ziel sei aber, 100 Prozent der Aktien zu erwerben und Stada von der Börse zu nehmen - womit Düttmann für das Jahr 2018 rechnet.

Allerdings hat nach Informationen von manager-magazin.de der Hedge-Fonds Elliott inzwischen seinen Anteil auf mehr als 10 Prozent aufgestockt - und wird sich den Verkauf seines Pakets teuer bezahlen lassen wollen.

Unklar ist zudem, wer das Unternehmen in den kommenden Wochen führen wird. Auf einer Mitarbeiterversammlung in dieser Woche verteidigte Vorstandschef Engelbert Coster Tjeenk Willink zwar mit viel Volksnähe ("Das ist geil") den Einstieg der Finanzinvestoren und kündigte eine ausgefeilte Strategie für die zweite Septemberhälfte an. Zudem sagte er, er würde auch über sein Vertragsende Ende Dezember hinaus für Stada arbeiten wollen. Allerdings betonte er auch, dass er keine Ahnung habe, mit welcher Vorstandsbesetzung Bain Capital und Cinven planten.

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