13.07.2018 
Supermarktkette im Arbeitskampf

Streiks bei Real beginnen - Verdi kritisiert Tarifflucht

Streik bei Real: Verdi kämpft für bessere Löhne
DPA
Streik bei Real: Verdi kämpft für bessere Löhne

Der Tarifstreit bei der Supermarktkette Real spitzt sich weiter zu: Die Gewerkschaft Verdi hat die 34.000 Beschäftigten am Freitag zu bundesweiten Streiks bei der Metro-Tochter aufgerufen. Allein in Düsseldorf werde mit rund 1000 Teilnehmern bei einer Protestkundgebung vor der Metro-Zentrale gerechnet, sagte ein Verdi-Sprecher. Die Beteiligung sei hoch. "Wir wollen keine Dumpinglöhne, wir kämpfen für Löhne, von denen man leben kann", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Real wies die Vorwürfe zurück.

Der Handelsriese Metro will bei Real "wettbewerbsfähige Personalkosten" durchsetzen, um die Sanierung der Kette voranzutreiben. Real hatte im Frühjahr den Tarifvertrag mit Verdi gekündigt und bezahlt nach dem Wechsel in den Arbeitgeberverband AHD neue Mitarbeiter künftig nach den für das Unternehmen deutlich günstigeren Tarifverträgen mit der Gewerkschaft DHV.

Ein Viertel weniger Lohn und Gehalt sowie weniger Urlaubsgeld

Verdi antwortet nun mit Protesten. "Tarifflucht und Lohndumping dürfen nicht zu einem akzeptierten Geschäftsmodell im Einzelhandel werden", warnte die Verdi-Verhandlungsleiterin für den Einzelhandel in NRW, Silke Zimmer.

Der DHV-Tarifvertrag bedeute für neu eingestellte Mitarbeiter bei Real rund ein Viertel weniger Lohn und Gehalt sowie weniger Urlaubs- und Weihnachtsgeld, keine Spätarbeitszuschläge und Nachtarbeitszuschläge erst ab 22 Uhr. "Dies wollen die Kolleginnen und Kollegen nicht akzeptieren."

Ein Real-Sprecher wies den Vorwurf der Tarifflucht zurück. Die Kette wende den zwischen dem Arbeitgeberverband AHD und der Gewerkschaft DHV ausgehandelten Tarifvertrag an. Bei Neueinstellungen gebe es nun eine "marktgerechte Vergütung". Real sei weiter ein "beliebter Arbeitgeber": "Seit der Anwendung des neuen Tarifvertrages Anfang Juni haben wir über 800 neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt."

la/dpa/reuters

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