03.09.2018 
Versandhändler sucht strategischen Investor

Warum Otto Hermes loswerden will

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Die Otto-Gruppe sucht offenbar nach einem Investoren für ihre Logistiktochter
picture alliance / dpa
Die Otto-Gruppe sucht offenbar nach einem Investoren für ihre Logistiktochter

Der Versandhändler Otto bereitet offenbar einen Befreiungsschlag vor: Laut einem Bericht der "Börsenzeitung" sucht die Otto-Gruppe aktuell einen Partner, der bei der Versandhandelstochter Hermes einsteigen oder idealerweise sogar die Mehrheit an dem Versender übernehmen soll. Bei der Suche nach einem Investor lasse sich Otto vom Bankhaus Rothschild beraten hieß es.

Als mögliche Käufer soll der Versandhändler vor allem große international agierende Händler oder Logistikunternehmen ins Visier genommen haben. Diese müssten allerdings langfristig zu Unternehmenskultur passen, hieß es.

Ein Komplettverkauf des 1972 von Werner Otto als exklusiver Lieferdienst für den Otto-Versand gegründeten Logistikers ist offenbar indes nicht geplant. Schließlich nutzt Otto den Versender in großem Maße selbst, um bei ihm bestellte Ware zum Kunden zu bringen - und will daher gerne auch weiter strategisch mitreden. Letzten Zahlen zufolge entfällt aktuell nur noch rund ein Fünftel aller Hermes-Sendungen auf Otto-eigene Ware.

Dennoch ist es alles andere als überraschend, das Otto die Alleinverantwortung für seinen Versender gerne loswerden will. Zu groß sind die Probleme, die ihm die Logistiktochter zuletzt bereitete.

Wie viele seiner Konkurrenten, unter anderem auch Marktführer DHL, leidet Hermes daran, dass sich das Versandgeschäft immer weniger rechnet. Zwar steigt das Paketaufkommen angesichts des immer weiter wachsenden Onlinebestellvolumens massiv. Laut dem Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BIEK) stieg die Transportmenge alleine im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent. Der Umsatz legte zeitgleich allerdings nur um 4,9 Prozent zu. Und auch die Durchschnittserlöse pro Sendung gingen dem Verband zufolge 2017 zurück - auf 5,78 Euro.

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