08.11.2018 
Otto greift Amazon mit Logistikdienstleistungen an

Wie Otto Amazon Händler abjagen will

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Logistikzentrum von Amazon: Künftig will auch Otto solche Dienste für kleine Händler organisieren
DPA
Logistikzentrum von Amazon: Künftig will auch Otto solche Dienste für kleine Händler organisieren

In Sachen Logistik lief es bei der Otto-Group zuletzt nicht so gut. Weil es für den Versandhändler immer schwieriger wird, geeignetes Personal für seine Logistiktochter Hermes zu bekommen, und sich die steigenden Kosten nur schwer an die Endkunden weitergeben lassen, sucht der Hamburger Versandhändler aktuell nach einem Partner, der bei Hermes einsteigt oder sogar die Mehrheit übernimmt. Probleme, wie sie ähnlich auch die Konkurrenz hat. Die Post schrieb im Brief- und Paketgeschäft zuletzt sogar rote Zahlen.

In einem anderen Bereich witterte der Hamburger Traditionshändler hingegen jede Menge Potenzial, das er mithilfe eines noch ziemlich jungen Eigengewächses heben will: Im Fullfillment - das heißt mit Dienstleistungen für Onlinehändler, vom Lager über Verpackung und Versand bis hin zur Bearbeitung von Retouren. Auf diesem Gebiet will Otto dem Platzhirschen Amazon nun Konkurrenz machen.


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An sich ist Fullfillment kein neuer Geschäftszweig für Otto. Über seine Töchter Hermes- oder Baur-Fullfillment bietet der Versandhändler schon jetzt Kunden entsprechende Dienste an.

Nun haben sich die Hamburger jedoch einen neuen Kundenkreis herausgepickt, der bisher nicht von den firmeneigenen Dienstleistern bedient wurde: Kleine und mittelgroße Händler. Ein Klientel, das bislang vor allem Konkurrent Amazon mit seiner Offerte Fullfillment by Amazon (FBA) bediente.

Auf acht Milliarden Euro schätzen Experten den deutschen Fullfillment-as-a-Service-Markt aktuell. Rund 2,8 Milliarden entfallen dabei auf kleine Kunden, wie sie Otto nun mit seiner Tochter ODC ins Visier nehmen will. Europaweit liegt der Anteil demnach sogar bei mehr als 15 Milliarden Euro.

ODC, (ondemandcommerce.de), das keine eigenen Warenhäuser und Logistikdienste betreibt, sondern nur die Technologie stellt und als Fullfillment-Partner agiert, ermöglicht es den Händlern nach eigenen Angaben, ohne Grundgebühr und Mindestvolumen ihre Shops an die Plattform anzubinden. Über diese organisiert er für die Händler dann das gesamte Handling: von Warenhauslagerung und Kommissionierung über das Einpacken bis hin zur Auslieferung und bei Bedarf sogar das Handling von Retouren.

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