11.01.2018 
Möglicher Milliardendeal in USA

Nestlé will weg von Schokolade, Ferrero will zugreifen

Nestle: Mark Schneider will mehr Kaffee und weniger Schokolade. Nutella-Hersteller Ferrero könnte zukaufen
AFP
Nestle: Mark Schneider will mehr Kaffee und weniger Schokolade. Nutella-Hersteller Ferrero könnte zukaufen

Für Nestlé-Chef Mark Schneider wäre es ein wichtiger Schritt, den Konzern neu auszurichten und nörgelnde Investoren milde zu stimmen: Der italienische Süßwarenkonzern Ferrero bereitet nach Informationen von Bloomberg den Kauf von Nestlés Schokoladengeschäft in den USA vor. Die Sparte, zu der bekannte Marken wie Butterfinger oder Baby Ruth gehören, könnte noch in dieser Woche für rund 2,8 Milliarden Dollar an Ferrero verkauft werden, sagte ein Insider gegenüber Bloomberg.

Damit würde der Nutella-Hersteller Ferrero, der auch Ferrero Rocher Pralinen und Tic Tac Bonbons anbietet, sein Süßwaren-Portfolio deutlich erweitern.

Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé dagegen käme in seinem Bemühen, sich von margenschwachen Geschäftsbereichen zu trennen, einen wichtigen Schritt voran. Weder Ferrero noch Nestlé wollten den Bericht von Bloomberg kommentieren.

Für Mark Schneider, der im Sommer 2016 vom Dax-Konzern Fresenius an die Nestlé-Spitze wechselte, wäre es ein erster Schritt weg von der Schokolade. Schneider will sich bei der geplanten Neuausrichtung des Konzerns stärker auf das Kaffeegeschäft sowie auf Tierfutter konzentrieren, um die Gewinnmargen wieder in die Höhe zu treiben.

Lesen Sie auch: Wie Mark Schneider Nestlé auf mehr Profit trimmen will

Aktivistische Investoren hatten zuletzt ihren Forderungen nach einem Umbau bei dem Schweizer Lebensmittelriesen Nachdruck verliehen. Zudem reagiert Nestlé auf den Ernährungstrend zu weniger Zucker: Gleichwohl dürfte Nestlé an seinen Fertiggerichten und Eiscreme festhalten, die knapp 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

la/mmo

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