24.08.2018 
Verkauf an Investoren

Haniel stößt Ausstieg aus Metro an

Bekommt neue Großaktionäre: Metro-Chef Olaf Koch.
DPA
Bekommt neue Großaktionäre: Metro-Chef Olaf Koch.

Der Handelskonzern Metro (Cash & Carry) verliert seinen langjährigen Großaktionär. Der Familienkonzern Haniel habe seine insgesamt 22,5 Prozent an dem ehemaligen Dax-Konzern den beiden Investoren Patrik Tká und Daniel Ketínský angedient, teilte Haniel am Freitagabend mit. Zunächst würden die beiden 7,3 Prozent der Metro-Aktien kaufen, für die restlichen 15,2 Prozent der Metro-Stammaktien im Besitz von Haniel sei eine Call-Option vereinbart worden - also die Möglichkeit für die beiden Investoren, den Verkauf einzufordern.

Zu dem Kaufpreis machte Haniel keine Angaben. Die Metro-Aktie war seit Jahresbeginn stark eingebrochen, unter anderem wegen einer fehlenden Wachstumsphantasie. Bei der aktuellen Marktkapitalisierung von rund 4,14 Milliarden Euro war der Haniel-Anteil in dieser Woche an der Börse rund 930 Millionen Euro wert.

Mit Tká und Ketínský werden zwei in Deutschland weitgehend unbekannte Unternehmer die bestimmenden Akteure bei dem Traditionskonzern. Sie sind beide bislang in der Tschechischen Republik und der Slowakei aktiv, unter anderem in der Finanz- und Energiebranche. Für den Kauf der Metro-Anteile haben sie eine Erwerbsgesellschaft mit dem Namen EP Global Commerce gegründet, an der Tká 47 Prozent und Ketínský 53 Prozent hält. "Wir sind sehr stolz darauf, die Gelegenheit zu bekommen, ein wichtiger Aktionär der Metro AG zu werden", lässt sich Ketínský in der Mitteilung zitieren.

Metro betreibt weltweit Großhandelsmärkte und kam damit in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf einen Umsatz von 27,6 Milliarden Euro.

soc

Mehr zum Thema