04.07.2018  Lidl im Kampfmodus

Wie Lidl in den Niederlanden die Zukunft testet

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Lidl Logo: Der Discounter testet in den Niederlanden neue Wege
DPA
Lidl Logo: Der Discounter testet in den Niederlanden neue Wege

Die Nachrichten kommen aktuell Schlag auf Schlag über die Grenze: "Aldi und Lidl stoppen Verkauf von Energydrinks an Kinder", titelten am Dienstag deutsche Medien ."Lidl Niederlande verbannt Zigaretten aus seinen Läden", hieß es wenige Wochen zuvor. Und am Dienstag folgte dann gleich noch eine weitere Nachricht: Ab Ende 2019 will Lidl in den Niederlanden auch sämtliche Strohhalme, Einweggeschirr und Plastik-Wattestäbchen aus dem Sortiment entfernen. Bis 2025 sollen dann sämtliche Plastikverpackungen recyclebar sein.

Und das ist nicht alles: Bis 2020 sollen nach dem Willen des Lidl-Managements in den Niederlanden zudem mindestens 30 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt werden. 20 Prozent sind es aktuell.

So viel Fortschritt und politische Korrektheit sind in Deutschland zur Zeit noch undenkbar. Bei einem Konzern, den hierzulande viele noch mit Überwachungsskandalen und Stikeez-Gummi-Figuren als Einkaufszugabe assoziieren. Und der erst vor wenigen Wochen zum Muttertag unter dem Titel "Zeit, Danke zu sagen" Nähmaschine, Bügeleisen und Kochbox bewarb.

Doch Lidls politisch und vor allem ökologisch korrekter Kurs in den Niederlanden zahlt sich aus. Mit 10,5 Prozent Marktanteil hat sich der Konzern dort eine Marktposition erarbeitet, die sogar die Performance in Großbritannien in den Schatten stellt. Der Discounter aus Neckarsulm rangiert damit auf Rang drei hinter Marktführer Albert Heijn und Jumbo mit 35,3 Prozent beziehungsweise 18,7 Prozent Marktanteil.

Zum Vergleich: In Großbritannien kommen Lidl und Aldi aktuell gerade einmal zusammen auf 12,1 Prozent - wollen allerdings mittels umfangreicher Investitionen deutlich weiterwachsen.

Zwar ist Lidl in den Niederlanden schon deutlich länger präsent als auf der Insel. Doch auf dem nur rund 40 Milliarden Euro schweren Markt ist die Konkurrenz hart: Nicht nur, dass sich der niederländische wie der deutsche Markt immer mehr konsolidiert und kleinere, schwächere Anbieter zunehmend verschwinden.

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