06.12.2018 
Otto-Tochter

Hermes erhöht Paketpreise für Geschäftskunden

Hermes erhöht die Preise für Geschäftskunden
picture alliance / dpa
Hermes erhöht die Preise für Geschäftskunden

Der Paketdienst Hermes hebt die Paketpreise für Geschäftskunden im kommenden Jahr um vier bis sechs Prozent an. Insgesamt werde das Unternehmen 50 Cent mehr pro Paket verlangen müssen, sagte Hermes-Chef Olaf Schabirosky der "Wirtschaftswoche". "Das werden wir nicht in einem Schritt realisieren können, sondern das wird über mehrere Jahre passieren."

Schabirosky rechtfertigte die Preiserhöhung mit Investitionen bei der Hauszustellung. "Hermes hat allein in diesem Jahr 30 Millionen Euro in die letzte Meile investiert, also in Fahrerlöhne, neue Scanner und andere Technik. "Ob die Onlinehändler die Preiszuschläge an ihre Endkunden weitergeben, ist natürlich Sache der Händler und ihrer Kalkulationen", sagte der Hermes-Chef.

Hermes, ein Tochterunternehmen des Versandhändlers Otto, hatte die Preiserhöhung im kommenden Jahr bereits angekündigt, nicht aber die genaue Höhe. Das Unternehmen begründete die Erhöhung Anfang November vor allem mit höheren Löhnen für Paketboten: Sie sollen 2019 einen Stundenlohn von mehr als zehn Euro bekommen. Sukzessive soll die interne Lohnuntergrenze auf mindestens zwölf Euro pro Stunde steigen. Auch die Deutsche Post hatte kürzlich die Preise angehoben und dies auch mit steigenden Lohnkosten begründet.


Lesen Sie auch:
Warum Otto Hermes loswerden will
Mit diesem Physiker will Otto dem Giganten Amazon Paroli bieten
Wie Otto Amazon Händler abjagen will


Hermes arbeitet in Deutschland mit rund 280 eigenständigen Unternehmen zusammen, die für den Konzern bis zu 95 Prozent der Zustellungen erledigen. Dies tun sie mit eigenem Personal. Hermes überprüft nach eigenen Angaben regelmäßig, ob Lohn- und Arbeitszeitgesetze eingehalten werden.

Medienberichten zufolge sucht Otto derzeit einen Partner für Hermes. Als mögliche Käufer sollen große international agierende Händler oder Logistikunternehmen ins Visier genommen werden. Als potenzieller Partner wird auch das chinesische Unternehmen JD.com gehandelt. Otto und JD.com arbeiteten bereits bei einer der B2B-Plattform zusammen. Das gemeinsame Joint Venture Zistra wurde aber wegen Unstimmigkeiten über die strategische Ausrichtung in diesem Jahr beendet.

dpa/akn

Mehr zum Thema