14.06.2018  Gewinn bricht ein, Prognose gekappt

Gerry Weber hängt alles tiefer

Gerry Weber muss erwartete Umsätze in das kommende Geschäftsjahr verschieben
DPA
Gerry Weber muss erwartete Umsätze in das kommende Geschäftsjahr verschieben

Der schlingernde Modekonzern Gerry Weber muss einen herben Umsatz- und Gewinnrückgang verkraften. Der Vorstand dampft die Prognose ein und will zudem weitere Stellen abbauen.

In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahr 2017/2018 sei der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,4 Prozent auf 404,7 Millionen Euro gesunken, teilte der Modekonzern am Mittwochabend mit. Zugleich kündigte das Unternehmen den Abbau von mindestens 140 Vollzeitstellen an. manager-magazin.de hatte zuvor exklusiv darüber berichtet.

Einer der Gründe für die schlechteren Aussichten sei ein bereits vor Monaten angekündigter und nun beschlossener Konzernumbau, der im laufenden Geschäftsjahr bislang nicht einkalkulierte Sonderbelastungen von 15 Millionen Euro mit sich bringe. Zudem würden Umsätze ins kommende Geschäftsjahr verschoben.

Das operative Ergebnis (Ebit) brach bis Ende April um 46,7 Prozent auf 3,2 Millionen Euro ein. Die Mitarbeiterzahl ist bis Ende April binnen eines Jahres um 343 auf 6595 reduziert worden. Auch mit Blick nach vorn sieht es düster aus.

Vorstand dampft Prognose weiter ein

Das Unternehmen kappte für das laufende Geschäftsjahr seine Umsatzprognose auf eine Spanne von 830 bis 840 Millionen Euro. Bislang war man von 870 bis 890 Millionen Euro ausgegangen. Beim operativen Ergebnis rechnet man bestenfalls mit einer Null; aber auch ein Verlust von bis zu 10 Millionen Euro ist einkalkuliert. Bislang war man von einem Plus von 10 bis 20 Millionen Euro ausgegangen.

Der Kurs der Gerry Weber-Aktie verlor 5 Prozent. Trotz der schlechten Zahlen gibt sich das Unternehmen optimistisch. In den kommenden drei bis fünf Jahren rechne man mit deutlichen Umsatzsteigerungen, mit Kostensenkungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich sowie mit Gewinnzuwächsen.

Unter anderem sind Einsparungen in Höhe von 13 bis 15 Millionen Euro in der Produktentwicklung, der Beschaffung, der Logistik und im Verwaltungsbereich geplant. In den kommenden zwei Jahren sollen demnach 140 bis 150 Vollzeitstellen in der Zentrale und in der Logistik abgebaut werden.

Rei/dpa

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