26.07.2017 
Plus 1100 Prozent

Gin-Tonic-Trend an der Börse - Fever-Tree-Gründer machen Kasse

Von
Fever-Tree-Gründer Charles Rolls und Tim Warrillow (rechts)
Oliver Dixon / Imagewise
Fever-Tree-Gründer Charles Rolls und Tim Warrillow (rechts)

Plus 1100 Prozent seit November 2014 - an der Börse läuft es für den Londoner Getränkehersteller Fever-Tree aktuell so gut, dass sich die"Financial Times" genötigt sieht, ein "no typo" ("kein Tippfehler") hinter das Kursplus zu setzen. "Bloomberg" erinnert der Marktwert an den Dot-Com-Boom, zumal die Engländer zuletzt ein "erneutes Blockbuster-Quartal" (Analystin Nicola Mallard) abgeliefert haben.

Um mehr als 20 Prozent ging der Kurs allein am Dienstag nach oben, als Fever-Tree ein Umsatzplus von 77 Prozent verkündete. 40 Mitarbeiter und ein Dutzend Softdrink-Geschmacksrichtungen sorgen damit aktuell für einen Börsenwert von 2,4 Milliarden Pfund.

Den Höhenflug des Softdrink-Herstellers, der vom Gin-Tonic-Trend und der Nachfrage nach hochwertigen "Mixern", also nicht-alkoholischen Bestandteilen von Cocktails, profitiert, haben seine Gründer nun zu Geld gemacht: Tim Warrillow hat am Dienstag etwa ein Fünftel seiner verbliebenen Anteile für knapp 29 Millionen Pfund (32,3 Millionen Euro) veräußert, berichten britische Medien. Der ehemalige Marketing-Manager halte nun noch 5,4 Prozent an seinem Unternehmen. Mitgründer Nummer 2, Charles Rolls, hatte bereits im Mai ein millionenschweres Anteilspaket verkauft.

Einzelne Beobachter spekulieren nun, ob die Stärke nicht auch abseits der Führungsebene Begehrlichkeiten weckt:"Bloomberg" zitiert Shore-Capital-Analyst Phil Carroll, der in Fever-Tree ein potenzielles Übernahmeziel für Schnapshersteller wie Pernod Ricard oder Bacardi sieht: Das Geschäftsmodell des Unternehmens, das die Produktion weitgehend ausgelagert habe und sich vor allem auf das Marketing konzentriere, erinnere an die Tequila-Marke Casamigos. George Clooney hatte diese mit Geschäftspartnern gegründet und Ende Juni für eine Milliarde Dollar an den Getränkeriesen Diageo verkauft.

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