17.06.2014 
Nachfolgesuche für Holdingchef Heiner Kamps

Das Führungsproblem des Milchbarons Theo Müller

Von Klaus Werle und
Heiner Kamps (rechts) will gehen. Theo Müller (links) tut sich schwer damit, einen Nachfolger von außen für sein 5-Milliarden-Euro-Imperium zu holen.
DPA; Getty Images
Heiner Kamps (rechts) will gehen. Theo Müller (links) tut sich schwer damit, einen Nachfolger von außen für sein 5-Milliarden-Euro-Imperium zu holen.

Wer wird Deutschlands neuer Milchmann? Heiner Kamps verlässt den Molkerei-Multi Müller, eine erste Suche nach einem Nachfolger ist gestoppt. Und ein Mitstreiter Kamps' aus dem Vorstand steht auch vor dem Absprung.

Der Nahrungsmittelunternehmer Theo Müller ist mit dem ersten Anlauf für die nächste Besetzung seiner Konzernspitze gescheitert. Nach Informationen von manager-magazin.de hat er kürzlich einen Suchprozess für den Chefposten nach mehreren Monaten in einer sehr späten Phase gestoppt.

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die derzeit unsichere Führungssituation der Gruppe, die mit 21 000 Beschäftigten und Marken wie Müllermilch und Weihenstephan oder der Restaurantkette Nordsee rund 4,9 Milliarden Euro umsetzt und einer der wichtigsten Lieferanten des deutschen Lebensmitteleinzelhandels ist. Die Suche nach einem neuen operativen Chef wurde notwendig,weil Amtsinhaber Heiner Kamps seinen Job quittieren möchte. Der ehemalige Inhaber der Bäckerei-Kette Kamps hatte Müller bereits im vergangenen Jahr seine Ausstiegspläne offenbart (siehe auch die April-Ausgabe des manager magazins). Damals hatte der 59-Jährige nach Informationen von manager-magazin.de als spätestes Datum Ende 2014 genannt.

Dies scheint nun nur noch schwer zu halten zu sein - zumal sich neben Kamps noch eine weitere Vakanz in dem vierköpfigen Führungsgremium abzeichnet. So soll Holdingvorstand Hans Huistra ebenfalls auf dem Absprung sein. Der Niederländer, als COO zuständig für das operative Geschäft, war erst im März diesen Jahres vom Schweizer Marmeladenspezialisten Hero zu Müller gestoßen.

Auch Kamps richtet sich nun öffentlich auf einen längeren Verbleib an der Holdingspitze ein. "Spätestens im Jahr 2016 ist Schluss", sagte erjüngst der "Welt am Sonntag". Sollte sich Theo Müller für die Zeit nach Kamps weiterhin nicht zu einem externen Manager an der Spitze seines Konzerns aufraffen können, bleiben zwei Möglichkeiten: Der 74-Jährige steigt wieder selbst ein oder er zieht einen internen Kandidaten nach. Als ein Kandidat gilt Ronald Kers, derzeit Geschäftsführer des Müller-Ablegers in Großbritannien.

Eine Konzernsprecherin wollte die Informationen nicht kommentieren.

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