17.01.2018  Brief an die Mitarbeiter von C&A

C&A-Chef Caparros bestätigt Investorensuche

Von
Alain Caparros
DPA
Alain Caparros

Nach 177 Jahren gibt die Familie Brenninkmeijer die alleinige Kontrolle über ihren Modehandelskonzern C&A auf. Noch ist die Meldung des SPIEGEL vom bevorstehenden Verkauf nach China zwar nicht bestätigt, doch die Grundaussage ist jetzt offiziell.

C&A-Europe-Chef Alain Caparros deutet die Revolution in einem Brief an die Mitarbeiter an, aus dem mehrere Medien zitieren. Laut "Handelsblatt" schreibt er von einer "wichtigen Phase in unserer Unternehmensgeschichte vor uns".

Dies mache es auch erforderlich, die Beschäftigten "über die aktuelle Situation auf dem Laufenden zu halten", wenngleich C&A "in der Regel zu Gerüchten und Spekulationen keine Stellung" nehme.

Den Berichten zufolge sind die Gespräche mit Investoren noch "in einem sehr frühen Stadium", so heißt es beispielsweise in der "Welt". Aber dass erstmals in der Geschichte Kapital von einem familienfremden Unternehmen eingeworben werden soll, ist klar.

Caparros schreibt von einem "Umbau", der "Partnerschaften und zusätzliche, externe Investitionen" nötig mache. Namentlich nennt er den Rückstand des Handelshauses auf dem chinesischen Markt, dem weltgrößten Absatzmarkt für Textilien, und im Online-Handel - der wiederum in China besonders weit entwickelt ist und stationären Kaufhäusern fast den Rang abläuft. Die Logik spricht also auch für chinesische Kapitalgeber, die sich auf dem Markt auskennen und sich mit der Einkaufsmacht von C&A verbünden können.

Dass Milliardeninvestitionen nötig sind, um den stetigen Niedergang des Unternehmens aufzuhalten, hatte schon Caparros' Vorgänger Philippe Brenninkmeijer eingeräumt - musste im Sommer 2017 aber Platz für den familienfremden Manager machen, von dem sich der Brenninkmeijer-Clan wohl eine beherztere Sanierung verspricht.

Ewig werden die Erträge der Immobilien- und Firmenbeteiligungen der Brenninkmeijers auch nicht reichen, um das nötige Kapital aufzubringen - zumal daraus auch die Dividenden zum Lebensunterhalt von rund 1800 Angehörigen plus Spenden für soziales Engagement gespeist werden sollen.

Das Textilgeschäft trägt sich schon längst nicht mehr selbst. Die Deutschland-Tochter, die rund ein Viertel der C&A-Filialen steuert, wies laut "Handelsblatt" im abgelaufenen Geschäftsjahr rote Zahlen aus. Der Umsatz schrumpft schon seit Jahren. Marktexperten halten die Hoffnung auf chinesische Retter daher für klug. Ein radikaler Umbruch für eines der mächtigsten Familienunternehmen bleibt es dennoch.

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