15.01.2018 
Softbank steigt bei Berliner Startup Auto1 ein

Geldregen für "Wirkaufendeinauto.de"

Auto1-Gruppe: Der Einstieg von Softbank treibt die Bewertung kräftig nach oben
REUTERS
Auto1-Gruppe: Der Einstieg von Softbank treibt die Bewertung kräftig nach oben

Der japanische Tech-Investor Softbank des Milliardärs Masayoshi Son promoviert den Berliner Auto-Händler Auto1 zu einem der am höchsten bewerteten jungen Unternehmen der Welt. Softbanks Investitionsfonds "Vision" investiert insgesamt 460 Millionen Euro in Auto1 ("wirkaufendeinauto.de") und erhält dafür ein Fünftel an dem Unternehmen.

Größte Anteilseigner bleiben die beiden deutschen Gründer Hakan Koç und Christian Bertermann mit etwas mehr als 30 Prozent. Sie hatten unlängst den amtierenden Siemens-Aufsichtsratsvorsitzenden Gerhard Cromme als Chef ihres Aufsichtsrats verpflichtet. Nun wird auch der ehemalige Deutsche-Bank-Manager und heutige Partner bei Softbank Investment Advisers, Akshay Naheta, einen Sitz im Aufsichtsrat erhalten.

Damit ist vor Auto1 unter den jungen, nicht börsennotierten Unternehmen in Europa nur der Musik-Sofortlieferdienst Spotify höher bewertet. Das Investment von Softbank besteht etwa zur Hälfte aus neu auszugebenden Aktien und bewertet Auto1 mit rund 2,9 Milliarden Euro. Nach eigenen Angaben kamen die Berliner im Jahr 2016 auf einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro und verkaufen derzeit mehr als 40.000 Autos im Monat.

Das frische Kapital will die vor sechs Jahren gegründete Firma vor allem für den Ausbau zusätzlicher Standbeine wie den Direktverkauf von Autos und Finanzierungsmöglichkeiten für Händler nutzen. Auch die Expansion in neue Länder wird angestrebt. Bereits jetzt ist das Unternehmen in mehr als 30 Ländern aktiv und arbeitet mit 35.000 Gebrauchtwagen-Händlern zusammen.

Auto1-Co-CEO Koç sagte: "Wir freuen uns sehr, mit Softbank einen der größten Tech-Fonds der Welt als Gesellschafter gewonnen zu haben. Gemeinsam mit unserem neuen Partner, der neben seiner Investment-Expertise auch großes technologisches Know-how mitbringt, werden wir unser Wachstum weiter vorantreiben."

Ein Börsengang werde damit zunächst unnötig. Die Summe von 460 Millionen Euro sei das, was wohl auch ein Aktienmarktdebüt gebracht hätte, sagt Koc. "Deswegen steht ein Börsengang erst mal nicht an". Für die Zukunft ausschließen wolle er dies jedoch nicht.

Schon vor dem Softbank-Einstieg preiswürdig: Auto1-Gründer Hakan Koç (2.v.l.) und Christian Bertermann (3.v.l.) erhielten den Preis "Game Changer 2017" von manager magazin und der Unternehmensberatung Bain &Company. Hier Bain-Deutschland-Chef Walter Sinn (l.), mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (r.) und Laudator Philipp Justus (2.v.r.), im Hauptberuf Googles Deutschland-Chef.
www.grossaufnahmen.de
Schon vor dem Softbank-Einstieg preiswürdig: Auto1-Gründer Hakan Koç (2.v.l.) und Christian Bertermann (3.v.l.) erhielten den Preis "Game Changer 2017" von manager magazin und der Unternehmensberatung Bain &Company. Hier Bain-Deutschland-Chef Walter Sinn (l.), mm-Chefredakteur Steffen Klusmann (r.) und Laudator Philipp Justus (2.v.r.), im Hauptberuf Googles Deutschland-Chef.

Softbank ist der derzeit aktivste und kapitalkräftigste Tech-Investor der Welt. Das Geld kommt zu großen Teilen aus Saudi-Arabien und Abu Dhabi. Unlängst hatten sich die Japaner etwa stark bei Uber eingekauft. Der Vision Fund gehört mit knapp 100 Milliarden Dollar zu den derzeit größten Fonds der Welt und hat unter anderem in den Büroflächen-Anbieter WeWork und den Messenger-Dienst Slack investiert.

soc/rtr

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