04.05.2018  Sportartikler steigert Gewinn kräftig

Adidas startet stark ins WM-Jahr

Frau in Adidas-Sportkleidung
Adidas
Frau in Adidas-Sportkleidung

Der Sportartikelhersteller Adidas hat seinen Gewinn im ersten Quartal trotz des starken Euro kräftig gesteigert. Weniger Rabatte sowie neue Produkte zu höheren Preisen konnten die belastenden Währungseffekte mehr als kompensieren, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

Auch seine Betriebskosten hatte der Nike-Konkurrent im Griff. So stieg das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um gut 17 Prozent auf 746 Millionen Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft legte in der gleichen Größenordnung auf 542 Millionen Euro zu.

Die Markterwartungen konnte Adidas damit deutlich übertreffen. Dass der Konzern dennoch seine Prognose für das Gesamtjahr nur bestätigte, bezeichnete Analystin Chiara Battistini von JP Morgan als konservativ, vor allem weil der Währungsdruck im Verlauf des Jahres schwächer werden dürfte.

Im frühen Handel gaben die Papiere am Dax-Ende 2,5 Prozent auf 202 Euro nach. Die Titel waren in diesem Jahr allerdings auch am stärksten gestiegen von allen Dax -Werten. Vor allem die Bilanzvorlage Mitte März, bei welcher der Konzern auch ein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm angekündigte hatte, gab ihnen Schub. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten die Titel Mitte April, als sie über 215 Euro stiegen.

Umsätze im Onlineshop stiegen zweistellig

"Wir sind erfolgreich ins Jahr gestartet. Die Ergebnisse entsprechen voll und ganz unseren Erwartungen", sagte Vorstandschef Kasper Rorsted laut Mitteilung. Obwohl der Konzern weiter kräftig investiert habe, sei es gelungen, den Gewinn schneller als den Umsatz zu steigern.

Adidas rüstet sich für die im Sommer anstehende Fußballweltmeisterschaft in Russland. Der Verkauf von Fußballartikeln, aber auch von Produkten aus den Kategorien Running und Training kurbelte den Umsatz an, der währungsbereinigt um 10 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro stieg. Nach der Umrechnung der Auslandsumsätze in Euro schmolz das Umsatzplus am Ende auf 1,9 Prozent zusammen. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet.

Die Umsätze im eigenen Onlineshop stiegen erneut zweistellig. Auf die Regionen herunter gebrochen wuchs Adidas vor allem in Nordamerika und Asien stark. In den Schwellenländern und in Russland gingen die Erlöse hingegen zurück.

Dämpfer bei Reebok

Einen Dämpfer musste Adidas bei der Tochter Reebok hinnehmen, deren Umsätze währungsbereinigt um 3 Prozent sanken. Die Fitnessmarke wird seit 2016 umgebaut, weil es vor allem in den USA hakt. Dort hatte der Konzern im vergangenen Jahr etliche unrentable Reebok-Läden dicht gemacht, die Organisation gestrafft und die Produkte überarbeitet.

Bei der Bilanzvorlage hatte Adidas noch Hoffnung gemacht, dass Reebok aus dem Gröbsten raus ist. Bis 2020 soll die Sparte profitabel sein, die Umsätze sollen dieses Jahr wieder nach oben gehen.

Den Ausblick auf das laufende Jahr behielt Adidas bei. Der währungsbereinigte Umsatz soll 2018 um etwa 10 Prozent steigen und der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft um 13 bis 17 Prozent zulegen. Damit könnte im besten Fall am Jahresende ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro in der Bilanz stehen.

luk, dpa, rtr

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