13.06.2017  Deutscher Manager soll neuen Markt erschließen

Amazon verkauft Autos in Europa - Händler zittern

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Jeff Bezos, Gründer und Chef von Amazon
REUTERS
Jeff Bezos, Gründer und Chef von Amazon

"Deine Marge ist mein Geschäftsmodell" - dieser Spruch von Amazon-Chef Jeff Bezos bekommt für Europas Autohändler einen zunehmend unangenehmen Klang. Denn der US-Handelsriese macht offenbar Ernst mit seinem Vorhaben, auf dem Kontinent in das Geschäft mit Neuwagen einzusteigen. Erster Testmarkt sei wohl Großbritannien, berichtet die Zeitschrift "Automobilwoche". Gesteuert werde das Geschäft von Luxemburg aus.

Dem Bericht zufolge hat Amazon bereits hochkarätiges Personal angeworben. So stößt der ehemalige Autoindustrie-Experte der Unternehmensberatung Oliver Wyman, Christoph Möller zu den Amerikanern. "Ich leite bei Amazon das Geschäft mit den OEMs für den europäischen Markt", sagte Möller der Zeitschrift.

Der Autoverkauf über das Internet ist im Prinzip nichts Neues. Portale wie Mobile.de, MeinAuto.de oder Netcar bieten seit Jahren auch Neuwagen. Sie wickeln die Geschäfte weitgehend selbst ab, einen klassischen Autohändler braucht der Kunde nur noch um den Wagen abzuholen. Testfahren müssen sich Interessenten selbst organisieren.

Erste Reaktionen aus der Branche verdeutlichen, wie massiv Amazons Einstieg den 233-Milliarden-Euro-Markt aufwirbeln könnte. "Wenn Amazon tatsächlich in diesen Markt käme, müssten wir das sehr ernst nehmen", zitiert die "Automobilwoche" MeinAuto.de-Chef Alexander Bugge. Marktführer Mobile.de scheut laut Chef Malte Krüger "grundsätzlich keinen Wettbewerb", doch behalte man "Spieler wie den IT-Riesen Amazon genau im Auge".

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