28.04.2017  Die mm-Rangliste der wertstabilsten Luxusaccessoires

In diesen Taschen steckt ein Vermögen

Von
rebelle.com

Die Online-Plattform Rebelle handelt mit Luxusmode aus zweiter Hand. Exklusiv für manager magazin online hat Rebelle einen Index besonders hoch gehandelter Artikel entwickelt. Stabil an der Spitze: Zwei Handtaschen, die zum Teil fünfstellige Beträge erzielen.

Cécile Wickmann

manager-magazin.de: Was beobachten Sie aktuell an Trends auf dem Luxus-Zweitmarkt?

Cécile Wickmann: Der Gucci-Hype nimmt noch immer kein Ende - seit anderthalb Jahren. Der umfasst einfach alles, von aktuellen Kollektionsteilen bis hin zu alten Gürteln und Schuhen. Horsebit-Slipper, die neu vielleicht 600 Euro kosten, werden bei uns mit bis zu 500 Euro gehandelt - viel Geld für einen gebrauchten Schuh! Grundsätzlich sehen wir, dass Konsumenten experimentierfreudiger werden und gerne auch Neues ausprobieren. Die großen alteingesessenen Labels kommen dem entgegen, indem sie an ihrer Preisstruktur arbeiten. Bei Gucci kann man derzeit eine Handtasche aus der neuen Kollektion für 790 Euro kaufen - das sind Einstiegspreise, die sich an eine jüngere Zielgruppe richten.

mm.de: Wie wird ein solcher Hype ausgelöst?

Wickmann: Meist durch neue Designer bei alten Luxushäusern. Die bewirken immer eine große Veränderung. Der Gucci-Hype begann vor zwei Jahren durch den neuen Designer Alessandro Michele, der einen radikalen Imagewandel initiierte. Ich bin gespannt, wie es mit der Marke Chloé weitergeht - da ist gerade die junge Designerin Natacha Ramsay-Levi angetreten. Chloé hat sich in den vergangenen Jahren gerade im Accessoire-Bereich sehr etabliert und viele It-Bags herausgebracht, die in den Modeblogs Furore machen. Da wird sich sicher noch einiges entwickeln.

mm.de: Auf welche neuen Marken müssen wir achten?

Wickmann: Im Bereich Schuhe hat mich die Marke Sanay 313 überzeugt, die als Pop-Up-Store in Istanbul anfing. Die Firma stellt sehr coole, marokkanisch angehauchte Babouches her, flache, sehr verspielt verzierte Slipper. Wenn man überlegt, dass da so ein kleiner Schlappen mehr als 1000 Euro kostet, Wahnsinn - aber das Design ist wirklich toll.

mm.de: Zu unserem Luxusindex: Gibt es Handtaschenfarben, die viel teurer oder wertstabiler sind als andere?

Wickmann: Im Neuwert kaum. Es gibt Sondereditionen, die dann limitiert sind - aber im Normalfall spielt die Farbe im Erstmarkt für den Preis keine Rolle. Second Hand aber schon. Für den Preis einer Tasche ist eher das Leder entscheidend - Alligator ist teurer als eine der klassischen Lederarten. Bei Second-Hand-Taschen ist zuviel Farbe eher kontraproduktiv. Die höchsten Preise sehen wir bei Nicht-Farben wie Schwarz, Greige und Taupe, klassische Beschläge, klassische Ausführung, klassische Größe. Für eine fuchsiafarbene Tasche muss man erst mal einen Liebhaber finden. Sondereditionen sind immer ein Va-Banque-Spiel: Louis Vuitton zum Beispiel hat derzeit eine Sonderedition, die der Künstler Jeff Koons gestaltet hat. Da gibt es immer einen Hype, aber wie wertstabil das ist, muss sich halt zeigen. Die Dauerbrenner im Luxusindex sind und bleiben unangefochten die Kelly Bag und die Birkin Bag von Hermès.

Hier geht es zur vorigen Folge des Luxusindex:

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