16.01.2017  Veganz meldet Insolvenz für Filialen an

Anti-Fleisch-Guru erklärt vegane Supermärkte für gescheitert

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Zukunft im Großhandel: Jan Bredack, Gründer des veganen Supermarktes Veganz
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Zukunft im Großhandel: Jan Bredack, Gründer des veganen Supermarktes Veganz

Die vegane Revolution frisst ihre Kinder: Veganz, die erste Supermarktkette, die völlig auf tierische Produkte verzichtet, hat Insolvenz angemeldet. "Die Geschäftsführung der Veganz Retail GmbH hat beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenzeröffnung gestellt", sagte eine Sprecherin der Berliner Zivilgerichte gegenüber manager-magazin.de. Das Aktenzeichen laute 36 v IN 6446/16. Ein Sachwalter soll das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung überwachen.

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Nicht betroffen von der Insolvenz der Supermarktkette ist laut eigenen Angaben das Mutterunternehmen, die Veganz GmbH. Diese werde sich künftig noch stärker in den Bereichen Großhandel und Gastronomie engagieren, stellte Bredack in Aussicht. Als Großhändler beliefert Veganz laut "Lebensmittelzeitung" sämtliche großen Lebensmittelketten wie Metro, Famila und dm. Grundsätzlich gilt der Vegan-Trendals ungebrochen.

Veganz-Gründer Bredack hält die Idee einer spezialisierten veganen Supermarktkette inzwischen aber für gescheitert. "Das Modell des veganen Supermarktes hat sich aufgrund des steigenden Angebotes veganer Produkte im Handel überholt", sagte Bredack gegenüber der "LZ".

Die Muttergesellschaft hat 2015 einen Umsatz von 24 Millionen Euro ausgewiesen. Für 2016 hatte sie zunächst Erlöse in Höhe von 80 Millionen in Aussicht gestellt und ruderte später auf 56 Millionen Euro zurück. Unterm Strich bleibt laut Bredack ein Verlust. Nach Sanierung und Schrumpfung der Supermarkt-Aktivitäten soll es im laufenden Jahr ein Plus geben.

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Derzeit umfasst das Supermarktnetz noch acht Filialen in Berlin, Essen, Hamburg, Leipzig, Wien und Prag. Die Märkte in Frankfurt und München wurden bereits geschlossen. Die drei Geschäfte in Berlin will Veganz hingegen sanieren und fortführen.

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