05.12.2016  Parfümeriekette verlässt den Bosporus

Douglas schließt alle Geschäfte in der Türkei

Von
REUTERS

Douglas-Chefin Isabelle Parize trimmt die Geschäfte auf Profitabilität
Douglas
Douglas-Chefin Isabelle Parize trimmt die Geschäfte auf Profitabilität

Die Parfümeriekette Douglas zieht sich aus der Türkei zurück. Das Unternehmen teilte gegenüber manager magazin Online mit, es habe zu Ende Oktober alle Filialen im Land geschlossen. Als Grund für den Rückzug gibt das Unternehmen den geringen Marktanteil an, den es bislang in der Türkei erreicht habe. Nach sorgfältiger Analyse und Bewertung sehe das Unternehmen keine Chancen, die Marktposition vor Ort in näherer Zukunft signifikant zu verbessern, heißt es.

Douglas hatte seine erste Parfümerie in der Türkei erst im Jahr 2006 eröffnet. Selbstgestecktes Ziel ist es, in allen Märkten auf Platz eins oder zwei zu stehen. In der Türkei ist dies offenbar nicht gelungen und so zog Firmenchefin Isabelle Parize nun die Reißleine. Erst im vorigen Jahr hatte der Finanzinvestor Advent Douglas an den Investor CVC Capital Partners weitergereicht. Mit Eigenmarken und intensiven Kundenaustausch via soziale Medien will Parize das Geschäft antreiben. Über allem steht jedoch die Profitabilität.

Wie schwierig das Geschäft in der Türkei ist, haben beispielsweise auch Schnapshersteller Berentzen und Einkaufscenter ECE jüngst erfahren. Der Shopping-Center-Betreiber ECE musste nach dem Putsch-Versuch in der Türkei den Vertrag für ein Shoppingcenter auflösen. Berentzen spürt dagegen, dass weniger Touristen ins Land kommen.

Laut "Lebensmittelzeitung" steigerte die Parfümeriekette Douglas im Geschäftsjahr 2015/16 ihren Gesamtumsatz flächenbereinigt um 5,2 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Angesichts Umstrukturierungen, Firmenabschreibungen und Übernahmekosten durch den Investor CVC sei jedoch in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres ein Nettoverlust von 68,5 Millionen Euro angefallen. Noch ein Jahr zuvor stand demnach ein Gewinn von 170 Millionen Euro an.

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