01.11.2016  Pfund-Schwäche

Der "perfekte Sturm" für Londons Luxus-Uhrenhändler

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Diese Uhr ist nicht zu verkaufen: Aber das fallende Pfund hat einen Run auf Luxusuhren in London ausgelöst. Das Fenster für Luxus-Schnäppchen könnte aber bald schließen, denn die Preise ziehen an
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Diese Uhr ist nicht zu verkaufen: Aber das fallende Pfund hat einen Run auf Luxusuhren in London ausgelöst. Das Fenster für Luxus-Schnäppchen könnte aber bald schließen, denn die Preise ziehen an

Während einige Märkte nach der Brexit-Abstimmung in Panik gerieten, profitieren andere. Für britische Luxusuhrenhändler erweist sich das Ergebnis der Wahl als Segen. Wie die "New York Times" (NYT) berichtet, seien Uhren - vor allem die der oberen Preisskala - plötzlich viel attraktiver in Pfund zu kaufen als noch vor ein paar Monaten.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens GfK verzeichnete demnach der Umsatz von Uhren, die mehr als 10.000 Pfund kosten, im September allein in London ein Plus von bis zu 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Außerhalb der Hauptstadt läge das Plus etwa bei 56 Prozent. Auch der Bund der Schweizer Uhrenindustrie berichtet dem Artikel zufolge, dass die Exporte nach Großbritannien im September um 32,4 Prozent über dem Vorjahresniveau lägen. Das Land sei zum weltweit viertgrößten Importeur von Schweizer Uhren aufgestiegen, ein Jahr zuvor rangierte Großbritannien noch auf Platz acht.

Uhrenverkäufer sprechen von einem "perfekten Sturm"

"Der Brexit war von großem Nutzen", sagt Brian Duffy, Chief Executive der Aurum Holding, einem der größten Uhrenverkäufer in Großbritannien, zu dessen Netzwerk Geschäfte wie Mappin & Webb, Goldsmith und Watches of Switzerland gehören. "Es gibt zweifellos mehr Touristen", sagt der Manager, die bereit seien zu investieren. Die Verkäufe von Luxusuhren seien in der gesamten Gruppe im Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Oktober um 40 Prozent gestiegen.

David Coleridge, Vorsitzender der The Watch Gallery, die Showrooms in Selfridges und in Manchester sowie eine Rolex-Boutique im ultraluxuriösen Gebäudekomplex One Hyde Park betreibt, frohlockt dem Artikel zufolge ebenfalls: Der Brexit habe "einen perfekten Sturm" ausgelöst. Als das Pfund rutschte, sprangen die Besucherzahlen nach London nach oben. Während die Absatzzahlen eines rivalisierenden Einzelhändlers in Paris um 50 Prozent zurückgegangen seien, habe sich der britische Markt verbessert.

Auch bei Vacheron Constantin scheint die Entwicklung angekommen. Die Boutique in der Bond Street war im Jahr 2013 eröffnet worden. Der Start war langsam, zitiert die "NYT" Celine Larose, die Brand-Managerin des Unternehmens in Großbritannien. Nach der Brexit-Entscheidung höben die Verkäufe ab. "Unsere Kunden sind sehr preissensibel", sagte sie. "Sie warten nicht mehr."

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