12.03.2018  Strompreise, Arbeitsplätze, Konzernstrategien

Was Sie zum Mega-Deal von Eon und RWE wissen müssen

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Strommast im Sonnenuntergang: Eon und RWE mischen die deutsche Energiebranche auf
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Strommast im Sonnenuntergang: Eon und RWE mischen die deutsche Energiebranche auf

6. Teil: Wer sind die Gewinner, wer sind die Verlierer?

Als Gewinner des Deals dürften sich Eon und RWE wähnen, denn sie haben das Vorhaben ausgeheckt und erhoffen sich dadurch Vorteile. Das sieht offenbar auch die Börse so, wo die Aktien beider Unternehmen am Montag einen ordentlichen Sprung nach oben gemacht haben.

Ob beide Konzerne tatsächlich vom großen Umbau profitieren, ist allerdings längst noch nicht ausgemacht. Das wird sich letztendlich wohl frühestens in einigen Jahren zeigen.

Fest steht dagegen wohl, wer der große Verlierer bei dem Mega-Deal ist: die RWE-Tochter-Innogy sowie deren mehr als 40.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen startete vor zwei Jahren mit modernen, aussichtsreichen Geschäftsfeldern in eine hoffnungsvolle Zukunft - und steht nun bereits wieder vor dem Aus. Kein Wunder, dass sich Innogy-Chef Uwe Tigges auf der Bilanzpressekonferenz am Montag bedeckt hielt, als er auf das Thema angesprochen wurde. "Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt in angemessener Weise äußern", lautete Tigges' knapper Kommentar.

Die Sorge unter den Innogy-Mitarbeitern wegen eines möglichen Jobabbaus etwa in Vertrieb und Verwaltung dürfte groß sein. In einem internen Schreiben von Tigges versuchte der Innogy-Chef, die Mitarbeiter zu beruhigen. "Vorstand und Aufsichtsrat werden die vorgeschlagene Transaktion sorgfältig prüfen", schrieb der Manager. "Wir versichern Ihnen, dass die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Unternehmens ebenso wie die unserer Aktionäre weiterhin an vorderster Stelle von uns verfolgt werden."

Christoph Rottwilm auf Twitter

"Die Zeiten werden unruhig", hieß es zudem im Lager der Arbeitnehmer. Eon sei aber immerhin berechenbarer als ein Versorger aus Südeuropa, der ja ebenfalls als möglicher Innogy-Käufer in Frage gekommen wäre.

Vor allem in dem künftig bei Eon gebündelten Vertriebsgeschäft könnten durch die Zusammenlegung mit Innogy Jobs auf der Strecke bleiben, sagte ein Branchenkenner. Experten zufolge könnten durch den Deal rund 500 Millionen Euro eingespart werden, insbesondere durch den Abbau von Arbeitsplätzen.

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