12.03.2018  Strompreise, Arbeitsplätze, Konzernstrategien

Was Sie zum Mega-Deal von Eon und RWE wissen müssen

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Strommast im Sonnenuntergang: Eon und RWE mischen die deutsche Energiebranche auf
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Strommast im Sonnenuntergang: Eon und RWE mischen die deutsche Energiebranche auf

5. Teil: Warum soll es für Eon und RWE künftig besser werden?

Weder RWE-Chef Rolf Martin Schmitz noch Eon-Chef Johannes Teyssen sind offenbar zufrieden mit dem, was sie durch ihre jeweiligen Konzernspaltungen vor zwei Jahren erreicht haben. Also drücken sie Reset und versuchen einen anderen Plan.

Auch diesmal werden verschiedene Teile des Energiegeschäfts getrennt und neu zusammengesetzt. Doch die Grenze verläuft an anderer Stelle: Ging es zuvor in erster Linie darum, das traditionelle Energiegeschäft mit Atom, Kohle und Gas vom zukunftsträchtigen Bereich rund um die neuen Energien zu trennen, so steht jetzt die Energieerzeugung auf der einen Seite - nämlich bei RWE - der Energieverteilung über Netze und Vertrieb auf der anderen - nämlich bei Eon - gegenüber.

Strategisch hat dieser Ansatz Vorteile: Sowohl Eon als auch RWE haben künftig jeweils ein klares Profil. Zudem machen sich beide gegenseitig kaum noch Konkurrenz.

Insbesondere Eon könnte als Gewinner aus dem Deal hervorgehen, weil der Netzbetrieb als besonders lukratives Geschäft gilt. Auf der anderen Seite hat das Unternehmen allerdings die unangenehme Aufgabe, tausende Innogy-Mitarbeiter integrieren zu müssen, die von der Übernahme kalt erwischt wurden und sich nun binnen zwei Jahren erneut auf eine neue Situation einstellen müssen.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Das gilt allerdings zum Teil auch für RWE, schließlich übernimmt der Konzern ebenfalls Teile von Innogy. Erst vor zwei Jahren hatte sich RWE explizit von den Neuen Energien abgewandt - nun vollzieht der Konzern diesbezüglich eine 180-Grad-Wende. Eine konsequente Linie sieht wohl anders aus.

Allerdings deckt das Unternehmen künftig die Stromerzeugung aus nahezu allen erdenklichen Quellen ab - und wird auf einen Schlag zu einer enormen Macht in der Stromproduktion innerhalb Europas.

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