12.03.2018 
Strompreise, Arbeitsplätze, Konzernstrategien

Was Sie zum Mega-Deal von Eon und RWE wissen müssen

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Strommast im Sonnenuntergang: Eon und RWE mischen die deutsche Energiebranche auf
DPA
Strommast im Sonnenuntergang: Eon und RWE mischen die deutsche Energiebranche auf

3. Teil: Wie stehen die beteiligten Konzerne wirtschaftlich da?

Den schlimmsten Teil ihrer Krise haben RWE und Eon wohl überstanden. Der aktuelle Plan zum Generalumbau beider Konzerne zeigt jedoch, dass die Verantwortlichen mit dem Status quo offensichtlich noch längst nicht zufrieden sind. Oder wie es Oliver Krischer, Energieexperte der Grünen, formuliert: "Mit ihrem Deal gestehen RWE und Eon das Scheitern ihrer bisherigen Versuche zur Neuaufstellung für die Erneuerbare Energiewelt ein."

Vor allem RWEs 77-Prozent-Tochter Innogy bereitet Sorgen. Eine Gewinnwarnung hatte den seinerzeitigen Innogy- und vorherigen RWE-Chef Peter Terium im vergangenen Jahr bereits den Job gekostet. Am heutigen Montag legte Innogy zudem die Karten auf den Tisch: 2017 brach der Nettogewinn um fast 50 Prozent ein. Auch im laufenden Jahr erwartet das Management erneut einen leichten Gewinnrückgang. Die Zahlen lassen erahnen, wo die Motivation für die Umstrukturierung, der Innogy zum Opfer fallen wird, herkommt.

RWE wird am morgigen Dienstag genaueres zur Geschäftslage preisgeben, wenn der Konzern ebenfalls seine Ergebnisse für 2017 präsentieren wird. Zum Halbjahr hatte Konzernchef Rolf Martin Schmitz immerhin wieder einen Gewinn im Milliardenbereich für das Gesamtjahr vorhergesagt - nachdem RWE 2016 einen dicken Milliardenverlust verbuchen musste.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Ähnlich sieht es bei Eon aus. Das Unternehmen, dessen Geschäftszahlen für 2017 am Mittwoch dieser Woche auf der Tagesordnung stehen, steckte zwar in den vergangenen Jahren mehr noch als RWE tief in den roten Zahlen. Im ersten Halbjahr 2017 verbuchte Eon jedoch - allerdings wie auch bei RWE gepusht durch eine großzügige Steuererstattung - bereits wieder einen Gewinn von stattlichen vier Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr dürfte ebenfalls ein dicker Milliardengewinn zu erwarten sein.

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