23.05.2018  Rücktritt von Jürgen Geißinger

Windanlagenbauer Senvion verliert prominenten CEO

Jürgen Geißinger, 2016 in Hamburg in seiner Funktion als Senvion-Chef
picture alliance/Axel Heimken
Jürgen Geißinger, 2016 in Hamburg in seiner Funktion als Senvion-Chef

Der Chef des Windkraftanlagenbauers Senvion , Jürgen Geißinger, tritt mit sofortiger Wirkung zurück. Übergangsweise werde Finanzvorstand Kumar Manav Sharma die Führung übernehmen, teilte das früher als Repower firmierende Unternehmen am Mittwoch mit. Die Suche nach einem Nachfolger sei bereits auf einem sehr guten Wege, hieß es. Die Aktie verlor in Frankfurt bis zum Abend 9,5 Prozent auf 10,66 Euro.

Geißinger habe seine wesentlichen Ziele erreicht und wende sich nun neuen Aufgaben zu, sagte ein Sprecher zum Rücktritt des prominenten Managers. Geißinger hatte zuvor den Autozulieferer Schaeffler zu einem Multimilliarden-Konzern aufgebaut und eine Attacke auf den Dax-Konzern Continental gestartet. Senvion hatte im ersten Quartal deutlich mehr Aufträge verzeichnet und die Verluste eingedämmt. Wegen der Auftragsflaute aus dem Vorjahr war der Umsatz jedoch um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Geißinger hatte Senvion im Dezember 2015 in einem schwierigen Fahrwasser übernommen und einen harten Restrukturierungskurs gefahren. So wurden die Kosten gesenkt und Werke geschlossen. Gleichzeitig expandierte das stark vom europäischen Geschäft anhängige Unternehmen in neue Märkte und ging 2016 an die Börse. Fast drei Viertel der Aktien (73,6 Prozent) hält weiter der Finanzinvestor Centerbridge, der das Unternehmen von der indischen Suzlon gekauft hatte. Der Rest ist im Streubesitz.

dpa-afx, soc

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