25.05.2018 
Milliardenschwerer Verkauf von Wasser- und Stromableser

Techem wechselt Besitzer für 4,6 Milliarden Euro

Neuer Eigentümer: Techem geht für einen Milliarden-Betrag an ein Konsortium
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Neuer Eigentümer: Techem geht für einen Milliarden-Betrag an ein Konsortium

Der Energiedienstleister und Ista-Konkurrent Techem bekommt einen neuen Eigentümer. Man habe einen Übernahmevertrag über 100 Prozent der Anteile unterzeichnet, teilte der australische Vermögensverwalter und bisherige Eigner Macquarie mit. Bei der Transaktion wurde Techem mit 4,6 Milliarden Euro inklusive Schulden bewertet.

Käufer ist eine Investorengruppe unter Führung der schweizerischen Partners Group, zu der noch die beiden kanadischen Pensionsfonds Caisse de depot et placement du Quebec (CDPQ) und Ontario Teachers' Pension Plan (OTPP) gehören. Der Deal muss noch von den verantwortlichen Kartell- und Aufsichtsbehörden genehmigt werden und soll im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen sein.

Techem mit Sitz in Eschborn ist einer der beiden großen Nebenkostenerfasser in Deutschland, neben Ista. Abgesehen von Heizkostenabrechnungen bietet das Unternehmen unter anderem auch Lösungen für einen geringeren Energieverbrauch, Brandschutz und nachhaltige Wärmeversorgung an. Techem beschäftigt rund 3600 Mitarbeiter und ist in mehr als 20 Ländern aktiv.

Bereits im vergangenen Jahr wurde über einen möglichen Verkauf von Techem spekuliert. Laut eines damaligen Zeitungsberichts habe das Unternehmen geplant, in den kommenden Jahren mindestens jede vierte Stelle in Deutschland zu streichen - rund 600 Mitarbeiter wolle man bis 2021 weniger beschäftigen, hieß es von einem Unternehmenssprecher. Grund sei die Digitalisierung des Geschäfts. Gleichzeitig hätten die Eigentümer sowohl von Techem als auch von Ista zu dem Zeitpunkt schon erste Verkaufsvorbereitungen getroffen. Dass der Markt vor einem Umbruch stehen könnte, macht auch die kürzliche Übernahme des Smart-Home-Spezialisten Nest durch Google deutlich.

Macquarie hatte vor etwa 10 Jahren die damals börsennotierte Techem gekauft und anschließend von der Frankfurter Börse genommen.

dpa-afx/Reuters/akn

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