21.06.2018 
Weltverbesserer wider Willen

Wie kaltes Kalkül die weltgrößte Ökostromfirma antreibt

Von
Windräder in Texas
AFP
Windräder in Texas

Vom Weltmarktführer für Wind- und Sonnenstrom haben bisher nur Eingeweihte gehört. Revolutionäres Image wie bei Tesla? Keine Spur. "Das ist Absicht", zitiert das "Wall Street Journal" einen Manager von Next Era Energy. Firmenchef Jim Robo stelle bewusst keine Leute ein, die den Anspruch haben, die Welt zu verändern.

Stattdessen herrsche in dem Konzern laut Insidern "Robo Math": Der CEO, der trotz seiner üppigen Vergütung von 33 Millionen Dollar im Jahr bei Meetings von zu Hause mitgebrachten Salat aus der Tupperdose esse, rechne stets mit spitzer Feder. Eine Präsentation, die finanziell nicht vollends optimiert sei, finde keine Gnade.

Als Ergebnis dieses kalten Kalküls macht Next Era Energy aber genau das - die Welt verändern. Der Konzern aus Florida ist mit einem Börsenwert von 77 Milliarden Dollar nicht nur zur Nummer eins in Amerikas Energiebranche aufgestiegen, kaum verschuldet, sondern nach eigenen Angaben auch noch zum Weltmarktführer für Wind- und Solarstrom.

Seine Windräder haben eine installierte Kapazität von 14 Gigawatt, die Sonnenkraftwerke etwas mehr als 3 Gigawatt. Weiteres enormes Wachstum ist mit Investitionen von rund 40 Milliarden Dollar bis 2020 schon angeschoben. Zum Vergleich: Die deutschen Wettbewerber Eon und Innogy , die nun auch vorwiegend auf Erneuerbare setzen, kommen zusammengenommen (vor der geplanten Übernahme) auf Windkraftanlagen mit 8 Gigawatt und kaum nennenswerte Solaranlagen.

"Hollywood-Status" als grünes Unternehmen spielt dabei keine Rolle. Next Era investiert in Erneuerbare einfach, weil es sich lohnt. 2017 überstieg der Gewinn der Ökosparte mit fast drei Milliarden Dollar den des traditionellen Versorgers Florida Power & Light (FPL), aus dem das Unternehmen hervorgegangen ist. Die wichtigsten Treiber des Wachstums sind

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