12.03.2018  Energieriesen teilen Strommarkt neu auf - Innogy wird verkauft und aufgeteilt

Zerschlagung von Innogy gibt RWE und Eon einen Schub

RWE, Eon: Alles neu am deutschen Strommarkt. RWE wird Stromerzeuger, Eon will sich künftig auf Stromnetze und Dienstleistungen rund um Energie konzentrieren
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RWE, Eon: Alles neu am deutschen Strommarkt. RWE wird Stromerzeuger, Eon will sich künftig auf Stromnetze und Dienstleistungen rund um Energie konzentrieren

Die geplante Zerschlagung der RWE-Ökostromtochter Innogy hat den Aktien deutscher Versorger am Montagmorgen deutlichen Rückenwind verliehen. Innogy-Papiere schnellten auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum letzten Xetra-Schlusskurs um 15,87 Prozent auf 40,01 Euro nach oben. Die Aktien der Dax-Konzerne Eon und RWE, die sich neu aufstellen wollen, legten um 6,47 Prozent beziehungsweise 5,83 Euro zu.

Eon will zunächst die RWE-Tochter Innogy kaufen. Danach wird das gerade mal zwei Jahre alte Ökostromunternehmen zerschlagen: RWE wird das Geschäft mit erneuerbaren Energien bekommen und zudem Eons Aktivitäten in dem Bereich übernehmen. Eon will sich künftig vor allem auf Energienetze konzentrieren.

Innogy-Anteilseigner sollen nach aktuellem Stand 40 Euro je Aktie in bar erhalten - den Angebotspreis von 36,76 Euro sowie den Zahlungen aus den unterstellten Innogy-Dividenden von 3,24 pro Aktie für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 zusammen.

Grundsatzeinigung zwischen RWE und Eon

Die beiden größten deutschen Energieversorger hatten am Sonntag mitgeteilt, dass sie sich komplett neu aufstellen wollen: Eon will dazu in einem ersten Schritt die RWE-Tochter Innogy kaufen. Danach wird das gerade mal zwei Jahre alte Ökostromunternehmen zerschlagen.

RWE soll in einem zweiten Schritt das Geschäft mit erneuerbaren Energien bekommen und zudem Eons Aktivitäten in dem Bereich übernehmen. Eon will sich künftig vor allem auf Energienetze konzentrieren.

Die Versorger haben dazu eine Grundsatzeinigung erzielt, wie die beiden Konzerne mitteilten. Eon will demnach den gesamten RWE-Anteil an Innogy von knapp 77 Prozent übernehmen. RWE erhält dafür zunächst einen Anteil von knapp 17 Prozent an Eon; die Anteile werden aus einer Sachkapitalerhöhung stammen. Dann werden die diversen Geschäftsteile hin- und hergetauscht. RWE zahlt als Ausgleich noch 1,5 Milliarden Euro an Eon.

Bindende Verträge wurden noch nicht abgeschlossen. Vor Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung bedürfe es noch der Zustimmung der Gremien von Eon und RWE. Die Durchführung der gesamten Transaktion sei in mehreren Schritten geplant und stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung, hieß es. Eon hatte erst vor kurzem den noch verbliebenen knapp 47-prozentigen Anteil an der früheren Kraftwerktstochter Uniper an den finnischen Energieversorger Fortum abgegeben.

Den Innogy-Aktionären unterbreitet Eon ein freiwilliges Übernahmeangebot. Dabei sollen die Anteilseigner nach aktuellem Stand 40 Euro je Aktie in bar erhalten. Dieser Wert setzt sich aus einem Angebotspreis von 36,76 Euro je Aktie sowie den Zahlungen aus den unterstellten Dividenden der Innogy von 3,24 pro Aktie für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 zusammen. "RWE würde sich an dem Angebot nicht beteiligen", hieß es weiter. An der Börse hatte eine Innogy-Aktie zuletzt 34,53 Euro gekostet.

RWE hatte das eigene Geschäft mit erneuerbaren Energien, dem Vertrieb und dem Netz erst im Frühjahr 2016 unter dem Dach von Innogy gebündelt und dann im Oktober 2016 darauf an die Börse gebracht. Seitdem hält RWE noch knapp 76,8 Prozent an Innogy. RWE behielt die konventionellen Großkraftwerke und den Strom-Großhandel.

Sobald Eon die Kontrolle über Innogy erhalten hat, soll der größte Teil des Gesamtgeschäfts mit Erneuerbaren Energien an RWE gehen. RWE bekommt zudem weitere Geschäftsteile: von Innogy das Gasspeichergeschäft und den Anteil am österreichischen Energieversorger Kelag; von Eon die Minderheitsbeteiligungen an den von RWE betriebenen Kernkraftwerken Emsland und Gundremmingen.

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