12.03.2018  RWE-Tochter hält an Ausblick fest

Gewinn von Innogy bricht ein

Innogy: Die RWE-Ökostromtochter soll an Eon verkauft und dann zwischen Eon und RWE aufgeteilt werden
DPA
Innogy: Die RWE-Ökostromtochter soll an Eon verkauft und dann zwischen Eon und RWE aufgeteilt werden

Die RWE-Tochter für erneuerbare Energien und Netze, Innogy, die laut gemeinsamen Plänen von RWE und Eon an den Energieversorger Eon verkauft werden und anschließend aufgeteilt werden soll, hat im vergangenen Jahr einen Gewinneinbruch verzeichnen müssen. Das Nettoergebnis sank um fast 50 Prozent von 1,51 Milliarden Euro auf 778 Millionen Euro, wie Innogy am Montag mitteilte. Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bestätigte Innogy.

Demnach will das Unternehmen ein um Sondereinflüsse bereinigtes Nettoergebnis von 1,1 Milliarden Euro erzielen. Im Jahr 2017 lag es bei 1,2 Milliarden Euro und damit neun Prozent höher als 2016.

Unternehmenschef Uwe Tigges, seit dem überraschenden Abgang von Peter Terium seit Dezember im Amt, wollte zur Ankündigung vom Wochenende, dass Innogy an Eon gehen soll, vorerst keine Stellung nehmen.

RWE und Eon hatten bekanntgegeben, dass sie den Energiemarkt in Deutschland neu aufteilen wollen: Eon mit Innogy wäre zuständig für Netze und die Versorgung der Kunden mit Strom und Gas, RWE würde Kraftwerke betreiben und Strom erzeugen. Die Grundsatzvereinbarung der beiden Konzerne sieht vor, dass RWE mit 16 Prozent an Eon beteiligt würde. Diesem Plan müssen die Kartellbehörden allerdings noch zustimmen.

Innogy soll "schlanker und schneller" werden

Innogy war erst im Oktober 2016 an die Börse gebracht worden. Es war der größte Börsengang in Deutschland seit dem der Deutschen Post im Jahr 2000. Derzeit ist Innogy an der Börse 18,2 Milliarden Euro wert, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt knapp 42.400.

Tigges erklärte, Innogy wolle in vielen Bereichen "noch schlanker und schneller werden". Das Unternehmen solle "konsequent auf die Energiewelt von morgen" ausgerichtet werden. Dafür treibe Innogy den Ausbau der erneuerbaren Energien voran, investiere in zukunftsfähige Infrastruktur und sei bereits Vorreiter beim Thema Elektromobilität.

RWE, Eon und Innogy Aktien legen kräftig zu

Die geplante Zerschlagung der RWE-Ökostromtochter Innogy hat den Aktien deutscher Versorger am Montagmorgen deutlichen Rückenwind verliehen. Innogy-Papiere schnellten auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum letzten Xetra-Schlusskurs um 15,87 Prozent auf 40,01 Euro nach oben. Die Aktien der Dax-Konzerne Eon und RWE, die sich neu aufstellen wollen, legten um 6,47 Prozent beziehungsweise 5,83 Euro zu.

Eon will zunächst die RWE-Tochter Innogy kaufen. Danach wird das gerade mal zwei Jahre alte Ökostromunternehmen zerschlagen: RWE wird das Geschäft mit erneuerbaren Energien bekommen und zudem Eons Aktivitäten in dem Bereich übernehmen. Eon will sich künftig vor allem auf Energienetze konzentrieren.

Innogy-Anteilseigner sollen nach aktuellem Stand 40 Euro je Aktie in bar erhalten - den Angebotspreis von 36,76 Euro sowie den Zahlungen aus den unterstellten Innogy-Dividenden von 3,24 pro Aktie für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 zusammen.

Grundsatzeinigung zwischen RWE und Eon

Die beiden größten deutschen Energieversorger hatten am Sonntag mitgeteilt, dass sie sich komplett neu aufstellen wollen: Eon will dazu in einem ersten Schritt die RWE-Tochter Innogy kaufen. Danach wird das gerade mal zwei Jahre alte Ökostromunternehmen zerschlagen.

RWE soll in einem zweiten Schritt das Geschäft mit erneuerbaren Energien bekommen und zudem Eons Aktivitäten in dem Bereich übernehmen. Eon will sich künftig vor allem auf Energienetze konzentrieren.

Die Versorger haben dazu eine Grundsatzeinigung erzielt, wie die beiden Konzerne mitteilten. Eon will demnach den gesamten RWE-Anteil an Innogy von knapp 77 Prozent übernehmen. RWE erhält dafür zunächst einen Anteil von knapp 17 Prozent an Eon; die Anteile werden aus einer Sachkapitalerhöhung stammen. Dann werden die diversen Geschäftsteile hin- und hergetauscht. RWE zahlt als Ausgleich noch 1,5 Milliarden Euro an Eon.

Bindende Verträge wurden noch nicht abgeschlossen. Vor Abschluss einer entsprechenden Vereinbarung bedürfe es noch der Zustimmung der Gremien von Eon und RWE. Die Durchführung der gesamten Transaktion sei in mehreren Schritten geplant und stehe unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung, hieß es. Eon hatte erst vor kurzem den noch verbliebenen knapp 47-prozentigen Anteil an der früheren Kraftwerktstochter Uniper an den finnischen Energieversorger Fortum abgegeben.

la/dpa/reuters

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