09.08.2018 
Gute Geschäfte im ersten Halbjahr

Eon profitiert von Erneuerbaren und 100.000 neuen Kunden

Eon-Zentrale in Essen
DPA
Eon-Zentrale in Essen

Der Energiekonzern Eon kann im ersten Halbjahr auf gute Geschäfte blicken. So gewann das Essener Unternehmen, dass vor der Übernahme der RWE-Rochter Innogy steht, mehr Kunden hinzu. Neue Windparks ließen zudem die Gewinne mit den erneuerbaren Energien steigen. Operativ verdiente das Unternehmen daher mehr als im Vorjahr. Der Nettogewinn ging zurück, war jedoch von mehreren Sonderfaktoren geprägt. Bei der Jahresprognose bleibt Eon weiter vorsichtig und bestätigte diese.

Konzernweit stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) im ersten Halbjahr von 1,8 auf 1,9 Milliarden Euro, wie Eon am Mittwoch in Essen mitteilte. Das Vertriebsgeschäft profitierte dabei von einem starken Jahresauftakt, wobei sich die Entwicklung im zweiten Quartal abschwächte. Insgesamt konnte das Energieunternehmen 100.000 neue Haushaltskunden für sich gewinnen. Während die Ergebnisse im Kundengeschäft sowie bei den erneuerbaren Energien stiegen, stagnierte es im Netzgeschäft, das den Löwenanteil zum Ergebnis beiträgt. Neben regulatorischen Effekten lag dies auch am Verkauf von Hamburg Netz.

Unter dem Strich verdiente Eon mit 2,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr, als noch 3,9 Milliarden erreicht wurden. Dies lag an einer Reihe von Sondereffekten. In diesem Jahr erzielte der Konzern hohe Buchgewinne aus dem Verkauf seiner Anteile an dem Kraftwerksbetreiber Uniper, an Hamburg Gas und Eon Gas Sverige. Im Vorjahr hatte Eon von Milliardenerträgen aus der Erstattung ungerechtfertigt gezahlter Atomsteuern profitiert. Den bereinigten Gewinn steigerte Eon um 19 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung konnte Eon dank der Verkäufe um 3,4 Milliarden auf rund 15,9 Milliarden Euro senken.

Konzern bleibt vorsichtig

Trotz der Ergebnissteigerung im ersten Halbjahr bleibt Eon für den Rest des Geschäftsjahres vorsichtig. So erwartet der Konzern weiterhin einen etwas stärkeren Rückgang der Ergebnisse im Netzgeschäft im Jahresverlauf. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde daher bekräftigt. Für 2018 rechnet Eonoperativ mit einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Das bereinigte Ebit soll von 3,1 Milliarden auf voraussichtlich 2,8 bis 3,0 Milliarden Euro sinken. Der bereinigte Konzernüberschuss soll bei 1,3 bis 1,5 Milliarden liegen. Für 2017 wies Eon rund 1,4 Milliarden Euro aus.

Eon befindet sich am Anfang eines gewaltigen Umbaus. So hat das Essener Unternehmen gerade die Mehrheit an der RWE -Tochter Innogy übernommen. Dabei verfehlte der Konzern allerdings die wichtige 90-Prozent-Schwelle, mittels der Eon die Minderheitsaktionäre hätte aus dem Unternehmen drängen können.

Winken die Behörden die Transaktion durch, wird Eon im Anschluss nahezu das komplette Geschäft mit erneuerbaren Energien abspalten und an den früheren Erzrivalen RWE weiterreichen. RWE wird im Gegenzug größter Eon-Aktionär. Eon wird sich dann künftig auf Netze und Vertrieb konzentrieren. Vor allem in der Digitalisierung sehen die Essener große Wachstumschancen. Allerdings hat die Transaktion einen großen Zeithorizont. Mit einem kompletten Abschluss für Eon ist nicht vor Mitte 2019 zu rechnen.

luk/dpa-afx

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