13.02.2018 
Interesse an Stromnetz

Wie China auf kritische deutsche Infrastruktur zugreift

Von Nils-Viktor Sorge
Stromnetz-Arbeiten in Chuzhou, China
REUTERS
Stromnetz-Arbeiten in Chuzhou, China

Wer sich näher mit dem deutschen Stromnetz beschäftigt, spürt schnell, dass es sich um kritische Infrastruktur handelt. Zutritt zu den Netzwarten erhalten Externe selten und nur unter Sicherheitsauflagen, die Anlagen befinden sich oft versteckt in unscheinbaren Gewerbegebieten. Die Leitungen und ihre Überwachung sind eben extrem wichtig für Wirtschaft und öffentliches Leben - flächendeckende Blackouts sind der Alptraum für eine Industrienation wie Deutschland.

Kein Wunder also, dass sich sofort Kritik regte, als das Interesse des staatlichen chinesischen Netzbetreibers State Grid Corporation of China (SGCC) an einem 20-Prozent Anteil am nordostdeutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz bekannt wurde. Um die "Nervenbahnen der Volkswirtschaft" gehe es bei den Leitungen, sagte Unionsfraktions-Vize Christian Hirte (CDU) dem "Handelsblatt", die aktuelle Lage bei 50Hertz werde man genau beobachten.

Viel ist noch nicht bekannt über das genaue Ansinnen der Chinesen. Eine Anfrage von manager-magazin.de per Mail an die offizielle Firmenadresse nahm SGCC jedenfalls nicht an - nicht eben ein Verhalten, mit dem sich Vertrauen in einem neuen Markt aufbauen lässt.

Basierend auf den Informationen der jüngsten Tage lassen sich dennoch manche Fragen zum Vorstoß der Chinesen schon in Ansätzen beantworten.

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