13.02.2018  Interesse an Stromnetz

Wie China auf kritische deutsche Infrastruktur zugreift

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Stromnetz-Arbeiten in Chuzhou, China
REUTERS
Stromnetz-Arbeiten in Chuzhou, China

3. Teil: Was ist das Problem bei dem Investment?

Da wenige genaue Informationen vorliegen, lassen sich SGCC keine unlauteren Absichten unterstellen. Generell sieht die Bundesregierung Investoren aus China inzwischen aber deutlich kritischer als noch vor einigen Jahren. Hintergrund: Zuletzt hat es eine kleine Wellte von Übernahmen und Übernahmeversuchen aus Fernost gegeben, wie im Fall von Kuka (Roboter) und Aixtron (Elektronik).

Zum einen beklagt das Wirtschaftsministerium, dass deutsche Unternehmen in China immer wieder Restriktionen zu spüren bekommen, wenn sie bei lokalen Unternehmen einsteigen oder diese übernehmen wollen. Oft sind Joint-Ventures vorgeschrieben, in denen der chinesische Partner die Mehrheit der Anteile halten muss.

Zudem betrachtet Berlin den klaren Expansionskurs chinesischer Firmen nach Europa als Teil eines industriepolitischen und geostrategischen Plans. China hat im Rahmen seiner Strategie "Made in China 2025" zehn Industrien auserkoren, bei denen die Volksrepublik globale Dominanz anstrebt. Der Ausbau der Stromnetze ist darunter und wird auch von der Bundesregierung eigens erwähnt.

Es geht also weniger um die Angst vor möglichen Attacken auf deutsche Infrastruktur, als um die Sicherung hiesigen Know-hows als Vorteil im internationalen Wettbewerb.

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