05.12.2017  Milliardär Paul Singer steigt bei Eon-Tochter ein

Hedgefonds Elliott mischt Kampf um Uniper auf

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Elliott-Gründer Paul Singer
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Elliott-Gründer Paul Singer

Die Lage um den Energiekonzern Uniper wird noch unübersichtlicher. Nach Informationen von manager-magazin.de vom Dienstag ist der Hedgefonds Elliott Management bei der von Eon ausgegründeten Kraftwerksfirma eingestiegen. Der finnische Versorger Fortum muss sich daher wohl nun zusätzlich mit Elliott auseinandersetzen. Fortum hat - mit dem Segen des Großaktionärs Eon, aber gegen den erklärten Willen des Uniper-Managements - ein öffentliches Übernahmeangebot für die Aktien von Uniper gemacht.

Am späten Nachmittag bestätigte Uniper die Information mit einer Stimmrechtsmitteilung. Demnach hält Elliott seit Ende November mehr als 5 Prozent der Uniper-Aktien. Zum Überschreiten der Meldeschwelle wurde ein Stand von 5,32 Prozent einschließlich Aktienoptionen angegeben. Das von dem streitlustigen Milliardär Paul Singer gegründete Unternehmen Elliott mischt sich oft in Übernahmen am Aktienmarkt ein - meist, um den Preis weiter hochzutreiben und den Gewinn kurzfristig einzustreichen.

In Deutschland schaltete sich Elliott zuletzt unter anderem in den Kampf um den Arzneihersteller Stada ein - ebenfalls während eines laufenden Übernahmeangebots. Bei Stada brachte Singer mit einem 15-prozentigen Aktienanteil im September die Käufer Bain Capital und Cinven dazu, einen Aufschlag von 12 Prozent auf den öffentlich gebotenen Preis zu zahlen. Ohne die Aktien von Elliott hätten die Finanzinvestoren nicht die nötige Mehrheit für einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag gehabt.

Im Fall des Lübecker 3D-Druckspezialisten SLM Solutions hingegen verkalkulierte sich Elliott. Der US-Konzern General Electric gab seinen Übernahmeversuch 2016 lieber auf, als sich auf Singers Preisforderungen einzulassen, und kaufte stattdessen den nicht börsennotierten Wettbewerber Concept Laser.

Fortum will Eon dessen Anteil von 46,65 Prozent an Uniper abkaufen. Alle übrigen Aktionäre können ihre Anteilsscheine gemäß dem Übernahmeangebot noch bis 16. Januar für 22 Euro den Finnen andienen. "Dies ist unser bestes und letztes Angebot", erklärte Fortum-Chef Pekka Lundmark vorsorglich. Aktuell liegt der Kurs an der Börse jedoch noch höher - und stieg nach dem mm-Bericht auf ein weiteres Rekordhoch.

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