27.04.2017  Keller-Investment

Kosten-Durchbruch macht Solar mit Speicher oft lukrativ

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Photovoltaikanlage auf Haus in Brandenburg
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Photovoltaikanlage auf Haus in Brandenburg

Der Markt für Stromspeicher ist in der Energiebranche das nächste große Ding - nachdem sich in den vergangenen Jahren Solaranlagen für Hausbesitzer bereits etabliert haben. Beide Technologien entwickeln sich ständig weiter und rechnen sich mit immer weniger Subventionen. "Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Preise kontinuierlich sinken", sagt Speicher-Experte Leo Ganz vom DCTI.

Kein Wunder, dass der Markt Schwung aufnimmt. In Deutschland gab es Ende 2016 bereits 55.000 solcher Systeme und damit mehr als reine Batterie-Elektroautos (34.000). In diesem Jahr sollen laut dem Wirtschaftsforschungsunternehmen EuPD Research 30.000 hinzukommen.

Ein Grundgedanke bei einer Investition in Solaranlagen und Speicher ist, Strom selbst zu erzeugen und möglichst viel davon vor Ort zu verbrauchen. Denn die Einspeisung ins Stromnetz - staatlich gefördert unter dem Erneuerbare-Energien-Gesetze (EEG) - ist längst nicht mehr so attraktiv wie vor einigen Jahren.

Wer es beispielsweise schafft, etwa 30 Prozent seines Strombedarfs mit der eigenen Solaranlage (ohne Speicher) zu decken, legt sein Geld in der Regel gut an. "Investitionen in PV-Anlagen sind definitiv sinnvoll", sagt Energieexperte Thomas Wennmacher von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Trotz gesunkener EEG-Vergütung können sich die Paneele Experten zufolge wieder nach zehn oder weniger Jahren amortisieren.

Denn Sonnenstrom vom Dach lässt sich inzwischen für etwa 10 bis 13 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Je mehr Strom vom Versorger damit ersetzt wird, desto größer die Ersparnis. Das gilt vor allem in Deutschland, wo Strom für Endverbraucher mit ungefähr 26 Cent pro Kilowattstunde teuer ist.

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Daher kann es schon helfen, die Waschmaschine im Sommer öfter mal am Mittag laufen zu lassen. Den verbleibenden, überschüssigen Solarstrom speist der Anlagenbesitzer ins Netz ein und bekommt dafür 12,3 Cent, was in etwa die Kosten deckt.

Ein zusätzlicher Speicher ist geeignet, den Eigenversorgungsgrad deutlich zu erhöhen - laut Verbraucherzentrale typischerweise auf etwa 60 Prozent. So wird mehr Strom vom Versorger ersetzt, aber es gibt auch weniger Geld aus der EEG-Vergütung.

Diese Investition in Höhe von meist 5000 bis 10.000 Euro ist für sich genommen zwar weniger lohnend als die Photovoltaik-Anlage selbst. Sie kann aber zunehmend wirtschaftlich sein, wenn der Speicher günstig ist, lange hält und optimal dimensioniert ist. Alte Solaranlagen, die bald aus der EEG-Förderung herausfallen, lassen sich besonders ökonomisch mit einem Speicher kombinieren.

Erste Geräte speichern Strom für umgerechnet weniger als zehn Cent pro Kilowattstunde. Der Staat unterstützt den Kauf zudem mit Fördermitteln.

Tendenziell spart am meisten, wer viel selbst erzeugten Strom verbraucht - zum Beispiel, weil er ein Elektroauto in der Garage stehen hat. Es kommt aber immer stark auf den Einzelfall an. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat eine Checkliste für den ersten Zugang zum Thema erstellt. Manche Hausbesitzer erweitern das System sogar um ein Blockheizkraftwerk, was die Kosten-Nutzen-Rechnung verkompliziert.

Manchem mag es generell ein gutes Gefühl vermitteln, sich überwiegend selbst mit Strom zu versorgen oder als Teil einer Energie-Community weitgehend unabhängig von großen Versorgern zu werden. Insofern ist die Batterie im Keller durchaus auch ein emotionales Thema, bei dem die harten Zahlen aber nicht in den Hintergrund rücken sollen.

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