15.03.2017  Energiewende-Schlussstrich ist Wunschdenken

Warum Eons Probleme jetzt erst richtig losgehen

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Eon-Windpark vor Dänemark: Die Zeiten dicker Gewinne mit Ökostrom sind vorbei
DPA
Eon-Windpark vor Dänemark: Die Zeiten dicker Gewinne mit Ökostrom sind vorbei

Auf den ersten Blick ist die Botschaft von Eon-Chef Johannes Teyssen einleuchtend: Der 16-Milliarden-Euro-Verlust, den der Energiekonzern gerade für das Jahr 2016 gemeldet hat, ist ein Schlussstrich unter die Vergangenheit. Abschreibungen auf Atommeiler und konventionelle Kraftwerke aller Art in der Tochter Uniper haben Teyssen und sein scheidender Finanzchef Michael Sen in die Bilanz gepackt.

Die Schmerzen der Energiewende? Abgehakt! Nun startet das Unternehmen lustvoll in die grüne Zukunft, befreit von Altlasten und Krawatten. Zentraler O-Ton Teyssen: "Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von Eon in die neue Energiewelt freimacht."

Das klingt verheißungsvoll, doch tatsächlich steht das neue Eon erst am Anfang eines völlig ungewissen Wegs in die Zukunft. Der Abschied aus der alten Energiewelt war hart und extrem teuer. Was jetzt kommt, ist zwar spannend. Doch nicht nur für Uniper, sondern auch für Eon könnte es fürchterlich werden. Teyssens Optimismus ist verständlich, aus Sicht der Aktionäre allerdings eher fehl am Platz.

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Der ganze Strommarkt befindet sich mitten in einem radikalen Umbruch - technisch, ökonomisch, politisch. Ein paar wichtige Beispiele:

All diese Trends machen das Stromsystem vielschichtiger, dezentraler und unberechenbarer. Die künftige Rolle von Konzernen wie Eon in diesem Geflecht ist völlig unklar.

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