01.03.2017  Kohle-Verbrauch sinkt deutlich

Chinas Energie-Sensation geht in die nächste Runde

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Stromnetzausbesserungen in China
REUTERS
Stromnetzausbesserungen in China

Gegen diese Energiewende wirken Deutschlands Ökostrom-Ambitionen geradezu lächerlich klein: China steuert den Sektor noch radikaler um als von Experten lange angenommen und mausert sich immer offensichtlicher zum globalen Vorreiter beim Umstieg auf sauberere Energien. Das legen neue Daten aus Peking nahe.

Verlierer Nummer eins ist die Kohle. Die Volksrepublik habe nun schon das dritte Jahr in Folge weniger von dem schwarzen Brennstoff verbraucht, teilte das Umweltministerium in Peking mit. Demnach sei der Kohleverbrauch im vergangenen Jahr nach vorläufigen Zahlen um weitere 4,7 Prozent zurückgegangen.

Die eingesparte Menge entspricht deutlich mehr als dem gesamten Kohlebedarf von Großbritannien. Die Entwicklung kommt einer Energie-Sensation gleich: Noch vor gut zwei Jahren hatte die Internationale Energie-Agentur erwartet, Chinas Kohleverbrauch werde bis 2030 unablässig steigen.

Damit ist China zwar noch immer der größte Kohle-Konsument der Welt. Doch das Land setzt zunehmend auf andere Energiequellen wie Wasserkraft, Wind- und Solarenergie sowie Atomkraft und Erdgas. Der Kohleanteil am gesamten Energieverbrauch Chinas sank binnen Jahresfrist von 64 auf 62 Prozent.

Auch das zuletzt etwas niedrigere Wirtschaftswachstum hat dazu geführt, dass Kohlekraftwerke weniger stark ausgelastet sind - zuletzt nur noch mit 47,5 Prozent, wie das Institute for Energy Economics and Financial Analysis festhält. Fünf Jahre zuvor habe die Auslastung noch 79 Prozent betragen.

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Angesichts der Entwicklung hat Peking 100 geplante Kraftwerksblöcke gestoppt. Einige davon befanden sich bereits im Bau.

Der langsame Rückzug aus der Kohle drückt auch den Kohlendioxid-Ausstoß der Volksrepublik. Dieser wächst bereits seit vier Jahren nicht mehr. Für dieses Jahr prognostiziert die Regierung einen Rückgang um 1 Prozent.

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