16.02.2017  Subventionen für Energieeffizienz

Wo Firmen Geld für die Energie-Sanierung bekommen

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Energie sparen soll sich lohnen. Dauerhaft die Energiekosten zu senken, verspricht ökologische und ökonomische Vorteile - eine Win-win-Situation wie aus dem Lehrbuch. Dicke Renditen für ungenutzte Potenziale? Her damit! Das Geld dafür sollte sich schnell aus Eigenmitteln oder per Kredit locker machen lassen.

Doch nicht immer geht die Rechnung so einfach auf. Hohe Investitionen in neue Dämmung, Heizung oder komplett neue Produktionsprozesse amortisieren sich erst nach vielen Jahren, wenn überhaupt.

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen steht und fällt die Entscheidung oft mit einer Anschubfinanzierung von außen. Verschiedene öffentliche Stellen übernehmen diese Aufgabe, denn auch was sich - zumindest kurzfristig - betriebswirtschaftlich nicht lohnt, kann volkswirtschaftlich und klimapolitisch ein großer Gewinn sein.

KfW

Die staatliche Förderbank KfW (die auch dieses Energieeffizienz-Spezial auf manager-magazin.de als Sponsor unterstützt), hat mehrere Energieeffizienzprogramme aufgelegt. Dazu gehören beispielsweise Bauen und Sanieren oder Produktionsanlagen /-prozesse, die sich an gewerbliche Kunden richten.

Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz bemängelt, dass das KfW-Modell der Förderung über zinsgünstige Kredite an Attraktivität einbüße, wenn Zinsen wie derzeit ohnehin niedrig seien. Zusätzlich bietet die KfW noch Tilgungszuschüsse (wenn das vereinbarte Energiesparziel erreicht wurde) sowie Hilfe bei der Beratung an.

Aber immer gilt: Die Förderbank hält sich im Hintergrund, sie darf nicht in Wettbewerb zu Geschäftsbanken treten. Ihre Subventionen lassen sich nur mit Hilfe einer Hausbank abrufen, die auch die Haftung für den Kredit übernimmt und die Sicherheiten aushandelt. Einen Überblick über KfW-Energieeffizienzprogramme für Unternehmen finden Sie hier.

Bafa

Wer mit Eis heizen oder sonst ein innovatives Heiz- und Kühlsystem installieren will, wird schnell auf das Bafa stoßen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im hessischen Eschborn hat sich nach eigener Darstellung zur "Universalbehörde" gemausert. Dort, wo auch über Rüstungsexporte, Filmförderung oder das Schornsteinfegerregister entschieden wird, lässt das Bundeswirtschaftsministerium mehrere Zuschüsse für Energieprojekte verteilen.

Dazu zählt das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien im Wärmemarkt, das mit 300 Millionen Euro pro Jahr dotiert ist. Hinzu kommt seit 2016 das Anreizprogramm Energieeffizienz mit dem so genannten Heizungspaket.

In Energiefragen aktive Unternehmen finden beim Bafa auch Zuschüsse für Elektroautos oder Energiemanagementsysteme - und bevor es losgeht, auch für die Energieberatung, sogar speziell für Mittelständler. Firmen, die selbst Energielösungen anbieten, können sich über die Exportinitiative Energie bei der Vermarktung helfen lassen.

Hier finden Sie Ansprechpartner zu verschiedenen Aufgaben des Bafa.

Bundesstiftung Umwelt

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück, vom Bund gestiftet, fördert darüber hinaus ausgewählte preiswürdige Projekte. Auch hier können sich Unternehmen bewerben, vor allem wenn ihre Vorhaben den DBU-Förderthemen wie "Klima- und ressourcenschonendes Bauen" oder "Verminderung von CO2-Emissionen in energieintensiven Branchen" entsprechen. Reine Investitionsvorhaben sind aber von der Förderung ausgeschlossen. Hier geht es zur Antragstellung.

Karlsruher Institut für Technologie

Vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gibt es Zuschüsse von bis zu 20 Prozent der Investitionskosten oder maximal 1,5 Millionen Euro für Industriebetriebe, die ihre Produktionsprozesse energieeffizient und klimaschonend umstellen.

Länder und Kommunen

Mehrere Länder und Kommunen haben, teils über ihre eigenen Förderbanken wie die L-Bank in Baden-Württemberg, auch noch eigene zusätzliche Programme aufgelegt. So gibt es vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Lanuv) in Recklinghausen Zuschüsse von bis zu 50 Prozent für Energieberatungen, die Stadt München vergibt über ihr Bauzentrum bis zu 50.000 Euro beispielsweise für Wärmeschutz in denkmalgeschützten Gebäuden oder innovative Energiekonzepte.

Branchenspezifische Programme

Außerdem finden sich mehrere auf spezielle Branchen zugeschnittene Subventionen wie für die Nachhaltige Modernisierung von Binnenschiffen von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt oder für die Steigerung der Energieeffizienz in der Landwirtschaft und im Gartenbau von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Zum Überblick

Überblicke finden Sie beispielsweise in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums, auf der vom Bundesumweltministerium gesponserten Seite CO2Online oder - etwas knapper - bei der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, wo sich Unternehmen auch über ihre Erfahrungen austauschen können.

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