30.01.2019 
Nach schwachem Kapitalmarktgeschäft

SocGen legt die Job-Axt ans Investmentbanking

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SocGen-Chef Frederic Oudea will im Investmentbanking jährlich mindestens 100 Millionen Euro einsparen
REUTERS
SocGen-Chef Frederic Oudea will im Investmentbanking jährlich mindestens 100 Millionen Euro einsparen

Nach dem miserabel verlaufenen Kapitalmarktgeschäft im vierten Quartal will die französische Bank Société Générale (SocGen) massiv Stellen streichen. Der Jobkahlschlag soll primär das Investmentbanking treffen und dort die Kosten jährlich um mindestens 100 Millionen Euro senken, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Einsparungen könnten womöglich auch weitaus höher ausfallen.

Die Erträge im Kapitalmarktgeschäft waren zwischen Oktober und Ende Dezember um rund 20 Prozent gefallen. Auch wenn es in den anderen Bereichen besser gelaufen sei, soll die Dividende für 2018 nicht steigen, hatte es vor wenigen Tagen geheißen. Die Bank berichtet am 7. Februar über das abgelaufene Quartal, vermutlich wird dann auch das Ausmaß der Stellenstreichungen bekannt.

Branchenkenner bewerteten die Nachrichten als schlechtes Omen für die Berichtssaison europäischer Großbanken. Der kränkelnde Wettbewerber Deutsche Bank will diesen Freitag seinen Quartalsbericht vorlegen.

Die drastischen Rückgänge im Kapitalmarktgeschäft durchkreuzen die "Wachstumsstrategie 2020" von Vorstandschef Frederic Oudea, der das Vertrauen der Anleger nach milliardenschweren Vergleichszahlungen zurückgewinnen will.

Oudea hatte im vergangenen Jahr das Top-Management umgebaut und hochrangige Händler von der Bank of America abgeworben, um nach dem überraschenden Abgang des Investment-Banking-Chefs Didier Valet das Geschäft mit globalen Märkten neu zu starten. Nach dem Willen des Verwaltungsrates soll Oudea seinen Vertrag um vier weitere Jahre verlängern, die Hauptversammlung soll im Mai darüber abstimmen.

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