18.04.2018 
Arbeitsbelastung im Investmentbanking

Moelis-Manager beschwert sich, dass um 2 Uhr nachts kaum einer arbeitet

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Höllenjob Investmentbanker: All-Nighter sind bei Jungbankern offenbar immer noch en vogue
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Höllenjob Investmentbanker: All-Nighter sind bei Jungbankern offenbar immer noch en vogue

Dass im Investmentbanking extrem gut verdient und zuweilen auch hart gearbeitet wird, ist nichts Neues. Nach mehreren Todesfällen durch Überarbeitung in den vergangenen Jahren hatten viele in der Branche Besserung gelobt. Eine Mail aus der New Yorker Investmentbank Moelis & Co, von der zunächst das Forum Wallstreetoasis berichtete - verdeutlicht nun, dass es mit der Work-Life-Balance bei vielen Unternehmen der Finanzbranche aber noch immer nicht weit her ist.

Darin beschwert sich ein Personalmanager des 2007 vom Ex-UBS-Banker Ken Moelis gegündeten Moelis & Co, dass er nach Mitternacht nur elf Analysten an ihren Schreibtischen angetroffen habe.

Der Inhalt der Mail, über die unter anderem Bloomberg und die "Financial Times" berichtete, zog so große Kreise, dass sich Moelis-Präsident Jeff Raich zu einer Reaktion bemüßigt fühlte. Laut Bloomberg ermahnte er die Führungskräfte der Bank, die aktuell massiv einstellt, junge Mitarbeiter gut zu behandeln.

Moelis, das im vergangenen Jahr den Auftrag für die Vorbereitung des Börsengangs von Saudi Aramco ergattert hatte, baut derzeit massiv Personal auf. Alleine im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Beschäftigten nach Unternehmensangaben um 15 Prozent.

Mit rund 84,3 Arbeitsstunden pro Woche hat Moelis noch nicht einmal den Spitzenplatz in der Branche inne - wenn man eineraktuellen Statistik von Wallstreetoasis glaubt. In einigen Häusern liegt die wöchentliche Arbeitszeit demnach bei durchschnittlich 87 bis 90 Stunden.

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